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12.04.2012

22:28 Uhr

Gestohlener Cézanne gefunden

Polizei nimmt Kunsträuberbande fest

Es war einer der größten Kunstdiebstähle der Geschichte: Polizisten stellten jetzt Cézannes „Knabe mit der roten Weste“ im Wert von 80 Millionen Euro in Belgrad sicher und verhaftete die mutmaßliche Räuberbande.

Diebe entwendeten Cézannes „Knabe mit der roten Weste“ 2008 aus dem Züricher Bürhle-Mueseum. Reuters

Diebe entwendeten Cézannes „Knabe mit der roten Weste“ 2008 aus dem Züricher Bürhle-Mueseum.

BelgradPolizisten aus Serbien und der Schweiz haben ein vor vier Jahren gestohlenes Gemälde des französischen Impressionisten Paul Cézanne sichergestellt. Vier Männer, die das Werk verkaufen wollten, seien in der Nacht zum Donnerstag in Belgrad festgenommen, teilten die Behörden in der serbischen Hauptstadt mit.

Bei einer Pressekonferenz präsentierte die Polizei am Abend mit sichtlichem Stolz den „Knaben mit der roten Weste“. Das Gemälde wurde 2008 aus der Bührle-Sammlung in Zürich gestohlen. Sein Versicherungswert beläuft sich auf rund 100 Millionen Franken (rund 84 Millionen Euro). Ein Experte aus der Schweiz bestätigte die Echtheit des Ölgemäldes.

Neben dem Cézanne als Prunkstück der Sammlung wurden auch Claude Monets „Mohnfeld bei Vetheuil“, „Blühende Kastanienzweige“ von Vincent van Gogh sowie „Ludovic Lepic und seine Töchter“ von Edgar Degas entwendet. Die Werke von van Gogh und Monet tauchten wenig später wieder auf, die anderen blieben verschwunden.

Am 10. Februar 2008 hatten drei vermummte Männer die vier Gemälde aus dem Bührle-Museum geraubt. Zeugen sagten nach dem Raub aus, die Männer hätten mit slawischem Akzent Deutsch gesprochen.

Vier Männer, darunter der mutmaßliche Kopf der Räuberbande, seien bei Razzien in der Hauptstadt Belgrad und der Ortschaft Cacak verhaftet worden, sagte der serbische Staatsanwalt für organisiertes Verbrechen, Mijiko Radisavljevic. Als die mutmaßlichen Räuber das Gemälde einem reichen Serben zum Kauf hätten anbieten wollen, sei der Zugriff der Polizei erfolgt, sagte der serbische Innenminister Ivica Dacic. Dabei seien auch 1,5 Millionen Euro Bargeld und Waffen sichergestellt worden.

Von

dapd

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