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02.08.2012

09:20 Uhr

„Girl from Ipanema“ wird 50

Eine Hommage an Rio und seine schönen Frauen

Um die Bossa-Nova-Hymne „Girl from Ipanema“ ranken sich Legenden. Vor 50 Jahren erklang sie zum ersten Mal. Das Lied verzaubert mit weichen Tönen und leichter Poesie . Es ist eine Hommage an die brasilianische Metropole.

Auch dem Strand von Ipanema mit seinem Ausblick auf den azurblauen Atlantik wurde ein Denkmal gesetzt. dapd

Auch dem Strand von Ipanema mit seinem Ausblick auf den azurblauen Atlantik wurde ein Denkmal gesetzt.

Rio de JaneiroSchon nach den ersten Tönen summen die meisten Menschen auf Welt mit. „Olha que coisa mais linda, mais cheia de graça“ - „Schau doch nur, was für ein schöner Anblick, so voller Anmut“. So beginnt das Lied „Girl from Ipanema“ in seiner portugiesischsprachigen Originalversion.

Und so sangen es auch der Komponist Antônio Carlos Jobim, der Dichter und Gitarrist Vinícius de Moraes und der Sänger João Gilberto. Die Premiere war im August 1962, vermutlich am 2. Tag des Monats im Restaurant „Bon Gourmet“ in Rios vibrierendem Stadtviertel Copacabana. Kurz danach trat der Song seinen Siegeszug um die Welt an und nahm dabei auch ein Stück von Brasiliens Seele mit auf die Reise.

Die Legende über die Entstehung des Liedes ist schön. Jobim und der im diplomatischen Dienst stehende de Moraes sitzen wie oft, einige sagen wie immer, in der Bar Veloso. Das Bier ist kalt, die Sonne brennt, es geht ein leichter Wind und der azurblaue Atlantik am Strand von Ipanema ist in Blickweite.

Als wäre das nicht paradiesisch genug, schlendert die erst 17-jährige Helô an der nach allen Seiten offenen Bar vorbei. Sie zieht die bewundernden Blicke der Bargäste an, natürlich auch die der Freunde Tom und Vinicíus, die nicht zögern, zum Stift greifen und glühend vor Inspiration und Eifer das Lied - Ton und Text - unverzüglich auf der Papiertischdecke vor sich niederschreiben. Soweit die Legende.

„Es wurde bereits darauf hingewiesen, aber die Leute wollen sich einfach nicht damit abfinden: Tom und Vinícius schrieben "Garota de Ipanema" nicht in einer Bar, die Veloso hieß.... Es war nie ihr Stil, Musik auf Bartische zu schreiben, auch wenn sie dort die besten Stunden ihres Lebens verbrachten“, räumt Ruy Castro in seiner Bossa-Nova-Bibel „Chega de Saudade“ (Schluss mit Sehnsucht, 1990) mit der Geschichtsverklärung auf. Aber trotz aller Ernüchterung - einiges stimmt dann eben doch. So gab es die Bar Veloso, die heute „Garota de Ipanema“ heißt, wirklich. Und auch die Muse, die Inspiration zu dem Lied gab und gibt es.

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