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28.02.2016

12:35 Uhr

Goldene Himbeeren

Spottpreis für „Fifty Shades of Grey“

Bevor am Sonntagabend in Los Angeles die heiß begehrten Oscars verliehen werden, wurden erst einmal die Goldenen Himbeeren überreicht. Die Verfilmung der Erotik-Trilogie von E.L. James räumte dabei richtig ab.

Schauspielerin Dakota Johnson und ihr Filmpartner Jamie Dornan. AP

„Fifty Shades of Grey“-Stars

Schauspielerin Dakota Johnson und ihr Filmpartner Jamie Dornan.

Los Angeles„Fifty Shades of Grey“ und der Superhelden-Flop „Fantastic Four“ teilen sich in diesem Jahr die Goldene Himbeere für den schlechtesten Film des Jahres. Die Adaption der Erotik-Trilogie von E.L. James gewann den Schmähpreis am Samstagabend (Ortszeit) außerdem für das schlechteste Drehbuch, den schlechtesten Schauspieler (Jamie Dornan) und die schlechteste Schauspielerin (Dakota Johnson). Als ob das nicht gereicht hätte, wurden die beiden Darsteller gemeinsam auch noch mit dem Preis als schlechtestes Schauspieler-Kombo ausgezeichnet.

Die seit 1980 vergebenen Goldenen Himbeeren werden traditionell einen Tag vor den Oscars verliehen. Die „Gewinner“ wurden in diesem Jahr von einer Jury mit 943 Mitgliedern aus 48 US-Staaten sowie 20 anderen Ländern bestimmt. Mit den Schmähpreisen wird Hollywoods Award-Saison aufs Korn genommen.

Alle Infos zu „Fifty Shades of Grey“

Die Autorin

E. L. James ist das Pseudonym der britischen Autorin Erika Leonard. Sie lebt in London und ist Mutter von zwei Söhnen. „Fifty Shades of Grey“ war ihr erster Roman. Ursprünglich schrieb sie die Geschichte als Fanfiction zur „Twilight“-Saga.

Die Handlung

Die 21-jährige Literaturstudentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) lernt bei einem Interview den 27-jährigen Unternehmer und Milliardär Christian Grey (Jamie Dornan) kennen und fühlt sich von ihm angezogen. Christian die Kontrolle über Anas Gefühlswelt. Als sie ihn näher kennenlernt, erfährt sie, dass seine sexuellen Neigungen Bondage, Dominanz und Sadismus beinhalten. Ana lässt sich darauf ein mit Hoffnung, Christian auch emotional näher zu kommen.

Musical-Adaption

Die Musical-Parodie „49 1/2 Shades of Grey“ feierte im vergangenen Jahr in Hamburg Premiere. Die Regisseurin Gerburg Jahnke inszenierte ein Musical-Persiflage auf den Erotik-Bestseller.

Soundtrack zum Buch

Bereits Mitte September 2012 erschien der Soundtrack zur Buchtrilogie in Deutschland. Klassische Musik spielt im Buch eine größere Rolle, die Autorin E.L. James selbst hat die Stücke für das Album ausgewählt.

Film-Budget

Die Macher der Verfilmung von „Fifty Shades of Grey“ hatten ein Budget von circa 40 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

Vorverkaufsrekorde

Der Vorverkauf zu Fifty Shades of Grey begann am 11. Januar 2015 in den Vereinigten Staaten. Innerhalb einer Woche wurde mehr Tickets verkauft als 2012 „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ erzielte. Außerdem waren die Vorführungen am Eröffnungstag sowie für das Valentinstag-Wochenende innerhalb von wenigen Stunden ausverkauft.

Fortsetzungen

Nach einer Testvorführung in New York City am 6. Februar 2015 verkündete die Regisseurin Taylor-Johnson, dass es zwei Fortsetzungen geben wird und dass der zweite Teil bereits 2016 in die Kinos kommen soll.

Für „Fantastic Four“ gab es bei der 36. Verleihung der Preise am Samstag im Palace Theatre in Los Angeles zwei weitere fantastische Trophäen: Neben derjenigen für den schlechtesten Film wurde der Streifen auch zur schlechtesten Neuverfilmung verdroschen. Josh Trank wurde zum schlechtesten Regisseur gekürt.

Die „Razzies“ für die schlechtesten Nebenrollen wurden Kaley Cuoco („Alvin und die Chipmunks: Road Chip“) und dem letztjährigen Oscar-Preisträger Eddie Redmayne („Jupiter Ascending“) zugeteilt.

Wer von „Fifty Shades of Grey“ profitiert

Orion

Der Erotikhändler Orion verkauft seit dem Bucherfolg von „Fifty Shades of Grey“ nach eigenen Angaben deutlich mehr Peitschen, Fesseln und Liebeskugeln.

Baumarktkette B&Q

Die Mitarbeiter der britischen Baumarktkette B&Q sollen sich durch die Lektüre des Buchs oder dem Anschauen des Films auf „sensible“ Fragen von Kunden vorbereiten, um diese auf „höfliche, hilfreiche und respektvolle Art“ beantworten zu können. Das Rundschreiben weist auf eine Szene von „Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen“ hin, in der der reiche Unternehmer Christian Grey in einen Baumarkt geht, um Kabelbinder, Seil und Klebeband zu kaufen. „Mehr als für Ausbesserungen zu Hause sind diese Produkte dafür gedacht, Herrn Greys unkonventionelle sexuelle Wünsche zu erfüllen“, wird in dem Memo vornehm formuliert.

Audi

Auch Audi springt auf den Zug auf und produzierte gleich zwei Spots mit Bezug auf den kommenden Blockbuster. Kein Wunder: Der Automobilhersteller gab erst kürzlich eine Kooperation mit Universal Pictures für „50 Shades of Grey” bekannt. So werden in dem Film fünf unterschiedliche Modelle der Ingolstädter zu sehen sein.

Kondomhersteller

Der US-Kondomhersteller Trojan nutzt die Gunst der Stunde, seine „50 Shades of Real Pleasure” zu vermarkten. In dem Clip versucht sich ein Pärchen daran, die Szenen aus dem Buch stümperhaft nachzustellen – und scheitert.

Lego

Selbst der Bauklötzchenhersteller Lego beteiligt sich am „Grey“ Hype und veröffentlichte eine Version des offiziellen Kino-Trailers in Lego-Optik.

Cinestar

Die Kinokette CineStar, nach eigenen Angaben Marktführer in Deutschland, hat eine Woche vor Kinostart schon mehr als 80 000 Karten verkauft. „Das ist schlicht sensationell und selbst bei Filmen wie „James Bond“ oder bei der „Der Herr der Ringe“-Trilogie noch nicht vorgekommen“, sagt CineStar-Geschäftsführer Oliver Fock.

Der einzige, der sich in diesem Jahr über eine Auszeichnung bei den Verleihung freuen dürfte, war Sylvester Stallone: Der für seine Rolle als Rocky Balboa im Film „Creed“ auch für einen Nebenrollen-Oscar nominierte Altstar erhielt den sogenannten Redeemer Award. Dieser ist als Erlösung für frühere „Razzies“-Preisträger vorgesehen, die so dank guter Schauspielleistungen von der Schmach des früheren Preises erlöst werden sollen.

Von

dapd

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