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13.02.2012

09:30 Uhr

Grammy-Verleihung

Bizarre Party im Trauergewand

VonAxel Postinett

Der Tod der Pop-Diva Whitney Houston hat die 54. Grammy-Verleihung überschattet und den Jubel der Abräumerin Adele gedämpft. Doch lange brauchten die Beteiligten nicht, um auf Gute-Laune-Normalbetrieb umzuschalten.

Adele räumt bei Grammy Awards ab

Video: Adele räumt bei Grammy Awards ab

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San FranciscoDer Boss bleibt der Boss. Gewohnt kraftvoll eröffneten US-Rocklegende Bruce Springsteen und seine E-Street-Band am Sonntagabend die 54. Grammy-Verleihung in Los Angeles. Lange war spekuliert worden, ob Jennifer Hudson die Gala der Musikindustrie im Staples Center mit ihrer Huldigung an die am Samstag verstorbene Whitney Houston eröffnen werde. Aber ihr hochemotionaler Auftritt mit dem unvergesslichen Houston-Hit „I Will Always Love You“, wurde auf später verschoben.

Die Veranstalter wollten einen zu düsteren Einstieg in die Nacht der Nächte der Glimmer- und Glitterbranche verhindern. Zu frisch sind bei den Gästen noch die Eindrücke der Nacht zuvor, als viele von ihnen im Ballroom des Beverly Hilton einer bizarren Party zwischen Dinner und Depression beiwohnten, während ein paar Stockwerke höher gelbes Polizeiband die vierte Etage abschirmte und der leblose Körper der Ausnahmekünstlerin Whitney Houston auf den Abtransport wartete.

Noch ist ihre genaue Todesursache ungeklärt, aber angeblich wurde bei der Obduktion Wasser in ihren Lungen gefunden wurde, was auf Ertrinken in der Badewanne schließen lässt, in der sie gefunden wurde. Nur was dazu führte, ist weiter nicht klar.

Nach dem Auftritt von „The Boss“ Springsteen verlor Moderator Rapper LL Cool-Z dann keine Zeit, um das Unvermeidliche zu erledigen. Nach einem kurzen Videoeinspieler mit Whitney Houston forderte er die versammelte Musikpräsenz zu einem kurzen Gebet auf, um darauf hin die Menge zu fragen: „Seid ihr bereit für die Party?“ Und wie sie das war.

„Es war nie die Frage, ob wir Whitney gebührend ehren wollen oder nicht“, hatte  LL Cool-Z zuvor noch erklärt, „aber wir wollten verhindern, dass ein Schleier der Verzweiflung über dem Abend liegt. Wir müssen auch an all die Künstler und deren Familien denken, die heute ihren ganz großen Moment haben.“

Zumal man das Publikum noch ein weiteres Mal mit der harten Realität hinter dem goldbestickten Samtvorhang der Musikindustrie konfrontieren musste. Ein Grammy ging an die Soulsängerin Amy Winehouse, die mit nur 27 Jahren am 23. Juli 2011 in London  an einer Alkoholvergiftung gestorben war. Sie erhielt  die Ehrung für ihr Duett mit Tony Bennett. Winehouse wie Houston hatten zu Lebzeiten schwere Probleme mit Drogen und Alkohol.

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