Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.06.2015

18:29 Uhr

Graphik

Verlass auf treue Sammler

VonChristian Herchenröder

Das Berliner Auktionshaus Bassenge verzeichnet großes Interesse für die Graphik niederländischer Manieristen, Rembrandt, Dürer und für Piranesis Veduten. Aus dem Moderne-Angebot lassen sich Papierarbeiten von Max Liebermann lückenlos absetzen werden. Top-Los des Tages wird ein Porträt von Marilyn Monroe.

Für Kupferstiche und Radierungen von Jacques Callot regt sich neues Interesse. Von 3.000 auf 8.000 Euro steigerte ein Heidelberger Sammler die großformatige Radierung „Der Jahrmarkt von Impruneta“. Quelle: Bassenge

Wieder entdeckt

Für Kupferstiche und Radierungen von Jacques Callot regt sich neues Interesse. Von 3.000 auf 8.000 Euro steigerte ein Heidelberger Sammler die großformatige Radierung „Der Jahrmarkt von Impruneta“. Quelle: Bassenge

BerlinKunden aus aller Welt sicherten den Erfolg der Berliner Kunstauktionen bei Bassenge. Treue Sammler, die hier schon seit Jahren als Bieter in Erscheinung treten, belebten die Versteigerung der alten Graphik am 28. Mai 2015, die wie stets rund 1 Million Euro einspielte.

Die Sammler waren unter anderem bei Dürer aktiv, bei dem es nicht einen Rückgang gab. Selbst bei den „Miscellanea und Trouvaillen“ im Anhang des Kataloges wurden alle Dürer-Blätter abgesetzt. Der New Yorker Handel übernahm für netto 10.000 Euro den Holzschnitt „Christi Abschied von seiner Mutter“, ein kalifornischer Sammler ersteigerte bei 7.600 Euro den nicht ganz lupenrein erhaltenen Kupferstich „Adam und Eva“ im Druckzustand III d.

Erfreulich ist das wiedererwachte Interesse an den Kupferstichen und Radierungen von Jacques Callot, die hier in hochkarätiger Auswahl vorlagen. Von 3.000 auf 8.000 Euro steigerte ein Heidelberger Sammler die großformatige Radierung „Der Jahrmarkt von Impruneta“. Ein Londoner Händler, der auch in anderen Sektionen für Privatkunden tätig war, übernahm für 7.500 Euro (Taxe 6.500) den von vier Platten abgezogenen Kupferstich „Die Hölle“.

Manieristen bleiben en vogue

Dass das Interesse an den niederländischen Manieristen unvermindert stark ist, zeigte der Zuschlag von 17.000 Euro (Taxe 4.500) für den großen Kupferstich „Venus und Merkur“ des Amsterdamers Jan Muller, der in den Frankfurter Handel wanderte. Ein britischer Privatsammler begeisterte sich mit 10.000 Euro für seine „Apotheose der Künste“.

Bei Rembrandt, von dem diesmal keine Hauptblätter zur Verfügung standen, gab es nur wenige Rückgänge. In den Kunsthandel Beverley Hills ging die Radierung „Tod der Maria“ bei 13.000 Euro (9.000). Bei 16.000 Euro wurde dem New Yorker Handel das Nachtstück „Der Dreikönigsabend“ zugeschlagen. Von den im Anhang versteigerten Radierungen erzielte das Hundertguldenblatt in einem etwas flauen Abzug des II. Zustands durch amerikanisches Händlergebot 13.000 Euro (Taxe 4.500).

Beim 18. Jahrhundert war Piranesi mit den „Vedute di Roma“ der unangefochtene Star. Nur zwei Rückgänge gab es für die über 20 Lose, die ausschließlich von Privatsammlern beboten wurden und von denen das furiose Blatt mit den Tivoli-Kaskaden im II. Druckzustand 2.600 Euro erlöste. Diese Erfolgsstrecke setzte sich dann bei den „Miscellanea“ fort.

Raritäten für den Münchener Handel

Die höchsten Zuschläge bei der Graphik des 18. Jahrhunderts realisierten die biblische Szene „Hiob von seinen Freunden ermahnt“ des Londoner Frühklassizisten James Barry (25.000 Euro). Für die zart aquarellierte Umrissradierung der Capella Paolina im Vatikan, eine Gemeinschaftsarbeit von L.-J. Desprez und Francesco Piranesi wurden 56.000 Euro bewilligt. Beide Raritäten gingen in den Münchener Handel. Bei 9.500 Euro wanderte Louis Marin Bonnets Farbradierung der Tochter Francois Bouchers zum Doppelten des Schätzpreises in den texanischen Handel.

Ein markanter Zuschlag beim 19. Jahrhundert sind die 13.000 Euro, die der Frankfurter Handel in die zehn Illustrationen zu Goethes „Faust“ nach Zeichnungen von Peter Cornelius investierte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×