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19.09.2011

15:25 Uhr

Griechische Vasen

Der Markt kommt in Bewegung

VonMatthias Thibaut

Herausragende antike Vasen aus einer deutschen Sammlung kommen in London bei Christie’s unter den Hammer. Seit 2005 gab es kein so gutes Angebot mehr.

Ausschnitt aus einer attischen Halsamphora mit zwei bärtigen Flussgöttern. Christie's

Ausschnitt aus einer attischen Halsamphora mit zwei bärtigen Flussgöttern.

LondonChristie’s versteigert am 6. Oktober eine kleine Gruppe attischer Vasen aus deutschem Sammlungsbesitz und könnte dem Markt für griechische Vasen damit weiter Aufschwung geben. Lange waren hier die Preise von den Finanzmöglichkeiten des bildungsbürgerlichen Publikums bestimmt, das sich vor allem für die klassische Kunst interessierte. Nun sind potente Sammler bereit, Höchstpreise zu bezahlen, „wenn das Richtige auf den Markt kommt“, weiß Christie’s Expertin Georgina Aitken. Beweis: Im Juni brachte eine 31 cm große, rotfigurige Vase des Marsyas-Malers bei Sotheby’s, taxiert auf 70.000 bis 100.000 Dollar, den Bruttopreis von 512.500 Dollar. Die Sammler wissen, dass das Angebot sehr beschränkt ist und sagen sich, „wer weiß, wann die nächste Sammlung verkauft wird“, so Aitken.

Wie Altmeisterzeichnungen

Jean-David Cahn, Kunsthändler und Auktionator in Basel, der für Anfang November eine Auktion mit „ausnehmend hübschen Vasen“ ankündigt, stimmt zu: „Antike Vasen bestechen heute mit ihrer Ästhetik und stehen in Konkurrenz mit Kunst aus Afrika und China“. Käufer gebe es sogar in Japan und Indonesien. „Vasen sind wie Altmeisterzeichnungen. Sie fordern vom Betrachter mehr Aufmerksamkeit als Skulpturen“. Damit erklärt Cahn, warum im Zuge des Antikenbooms der letzten zehn Jahre die Skulpturen bisher sehr viel schneller im Preis stiegen als Vasen.

In London gab es seit 2005, als Vasen der englischen Sammlung Capesthorne Hall versteigert wurden, kein so gutes Angebot mehr. Der anonyme Sammler aus dem fränkischen Raum zeigte 49 Stücke seiner Sammlung 1997 im Museum in Würzburg und publizierte einen Katalog. Daraus werden nun drei versteigert, als Höhepunkt eine spitz zulaufende Halsamphore, die trotz ihrer stattlichen Größe von 48 cm auf dem denkbar zierlichsten Füßchen steht. „Spitzamphoren“, die in Bronzehalterungen waren, sind sehr selten. Aber die Schätzung von 250.000 bis 350.000 Pfund für das ehrlich und sorgfältig restaurierte Stück ist auch durch die Malerei des Syriskos-Malers begründet, die Flussgötter, Atlas und weibliche Aufwärterinnen zeigt.

Realistische Schätzpreise

Ein Paar Lekythoi-Vasen des Brygos-Malers, einer mit der damals seltenen Frontaldarstellung einer Frau, ist auf 80.000 bis 100.000 Pfund geschätzt; ein Stamnos, ein dickbauchiges Vorratsgefäß des Peleus-Malers, zeigt Prometheus in Begleitung von Satyrn (100.000 bis 200.000 Pfund). Bisher wohl nicht publiziert ist als viertes eine Amphore, die der Sammler von seinen Großeltern geerbt hat, mit manieristischer Zeichnung (40.000 bis 60.000 Pfund). Aus einer Schweizer Sammlung, kommt eine schwarzfigurige Amphore mit Herakles und dem Eber in „fabelhaftem Zustand“ – (100.000 bis 150.000 Pfund). Aitken nennt ihre Schätzungen "sehr realistisch".

Kommentare (1)

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19.09.2011, 15:47 Uhr

Die Museen werden sich soetwas bald nicht mehr leisten können. Der Normalverbraucher wird diese Dinge nie wieder sehen. Dafür haben wir immer reichere Reiche, die alles aufkaufen und in Ihren Tresoren verschwinden lassen können!

und wenn wir dann Griechenland noch zwingen, alles an Wert zu verramschen, werden sich die Reichen sicherlich freuen. Die grieschichen Museen werden dann leer sein.

Gute Aussichten! Alle Macht dem Geld und denen die es haben!

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