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01.04.2011

21:45 Uhr

Grimme-Preise

Thomas Gottschalk für sein Lebenswerk geehrt

Herausragende Fernsehmacher sind am Freitag in Marl mit den renommierten Grimme-Preisen ausgezeichnet worden. Moderator Thomas Gottschalk erhielt in Marl einen Preis für sein Lebenswerk.

Quelle: dpa

MarlShowmaster Gottschalk hatte bereits im Vorfeld bescheiden auf die „Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes“ reagiert, die ihm mit der Grimme-Preis-Verleihung zuteil wird. Der 60-jährige scheidende „Wetten, dass..?“-Moderator sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, er freue sich schon deswegen, weil der Preis „eine Art akademische Anerkennung“ sei, „über die sich erst mal alle die Kritiker ärgern, die mir immer wieder unterstellt haben, ich sei schwachsinnig“.

Gottschalk fügte hinzu: „Allerdings habe ich mir den Preis ja eher ersessen als verdient. Durch besondere Einzelleistungen bin ich den Grimme-Leuten offensichtlich nicht aufgefallen. Ich befürchte ein bisschen, dass ich nur deswegen inzwischen leuchte, weil es in meinem Gewerbe um mich herum doch eher etwas düster geworden ist.“

Bei den Grimme-Preisen teilten die öffentlich-rechtlichen Sender die Beute unter sich auf. Die Privatsender gingen leer aus.

Seinen neunten Grimme-Preis erhielt Regisseur Dominik Graf für das Mafia-Epos „Im Angesicht des Verbrechens“. Das Finale des hochgelobten Zehnteilers hatte die ARD wegen schlechter Quoten erst nach Mitternacht gesendet und dafür Kritik geerntet. Zum wiederholten Male heimste auch Doris Dörrie einen Preis ein, diesmal für ihre ZDF-Serie „Klimawechsel“. Der Preis für die sechsteilige Sendung über vier Frauen in den Wechseljahren war die einzige Auszeichnung für das ZDF.

Schauspieler Götz George erhielt einen Grimme-Preis für den ARD-Film „Zivilcourage“. Ausgezeichnet wurde auch die Verfilmung von Sven Regeners Roman „Neue Vahr Süd“ mit Hauptdarsteller Frederick Lau als unwilligem Wehrpflichtigem. In der Kategorie „Fiktion“ erhielten überdies der ARD-Film „In aller Stille“ über Gewalt an Kindern sowie der Tatort „Nie wieder frei sein“ einen Grimme-Preis. Beide Produktionen fallen in die Verantwortung des Bayerischen Rundfunks (BR). In Marl gab es auch eine Trophäe für Aelrun Goettes Sozialdrama „Keine Angst“ (WDR) über eine Hartz-IV-Familie aus Köln.

In der Kategorie „Information und Kultur“ überzeugte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mit der Dokumentation „Aghet - Ein Völkermord“ über das Schicksal der Armenier in der Türkei. Mit Comic-Animationen beschreibt die Dokumentation „Iran Elections 2009“ (WDR/Arte) die Niederschlagung der Demokratiebewegung im Iran - für diese besondere Darstellung gab es eine Auszeichnung. In der Kategorie „Unterhaltung“ zeichnete die Jury Kurt Krömer mit seiner „Internationalen Show“ (ARD/RBB) aus. Er war bereits zum sechsten Mal nominiert.

Seit 1964 wird der Grimme-Preis an qualitativ herausragende Fernsehproduktionen vergeben. Eine Jury aus Fernsehkritikern, Publizisten, Medien und Bildungsexperten entscheidet dabei über die Preisträger. Die vom Deutschen Volkshochschulverbund gestiftete Auszeichnung wird jährlich in Marl verliehen.

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