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14.07.2014

15:53 Uhr

Große Literatin

Nadine Gordimer ist tot

Ihr Werk ist unsterblich, auch wenn sie gegangen ist: Mit 90 Jahren ist die afrikanische Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer gestorben. Sie hinterlässt einen umfassenden Blick auf die Apartheid in Südafrika.

Sie war nicht nur eine poetische und stilistische Virtuosin, sondern hatte immer auch eine klare politische Haltung: Nadine Gordimer. Reuters

Sie war nicht nur eine poetische und stilistische Virtuosin, sondern hatte immer auch eine klare politische Haltung: Nadine Gordimer.

JohannesburgAfrikas erste und bisher einzige weibliche Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer ist tot. Sie starb am Sonntag in Johannesburg im Schlaf, wie ihre Familie und ihr Anwalt am Montag mitteilten.

Die südafrikanische Schriftstellerin wurde 90 Jahre alt und galt als Literaturlegende, die politische Themen, literarischen Anspruch und sprachliche Ästhetik harmonisch verband. Ihre Texte sind von Eindrücken und Analysen aus der Zeit der Rassentrennung in Südafrika geprägt, sie reflektierte die brisante Thematik immer wieder in ihren Werken, stellte aber auch Überlegungen über ein mögliches harmonisches Zusammenleben zwischen weißen und schwarzen Südafrikanern an.

Die Tochter eines litauischen Juden und einer englischen Jüdin schrieb schon im Alter von neun Jahren, 1953 erschien ihre erste Novellen-Serie. Diese und folgende Texte wurden in viele Sprachen übersetzt und mit Preisen bedacht. Für ihr Schaffen erhielt Gordimer unter anderem 1991 den Literatur-Nobelpreis.

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Während der Zeit der Apartheid verbot das Regime drei der Bücher der couragierten Autorin, die über lange Zeit Mitglied des African National Congress (ANC) war und auch in regem Kontakt mit dem geistigen Anführer der politischen Organisation und späteren Partei, Nelson Mandela, stand. Auch ihr bekanntestes Werk „July's People“ („Julys Leute“) von 1981 wurde zensiert. Es handelt von einer weißen Familie, die auf der Flucht im Dorf ihres schwarzen Sklaven abtauchen muss, da sich die unterdrückten Schichten gegen die weiße Herrschaft zu wehren beginnen. Das Werk nimmt somit das Ende des Regimes einige Jahre später vorweg.

Gordimer schrieb bis 2012, damals erschien ihr letztes Stück „No Time Like The Present“ („Keine Zeit ist wie diese“).

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