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04.05.2012

17:46 Uhr

Hamburg

Ausstellung zeigt preisgekrönte Pressefotos

Die Bilder gingen um die Welt: Wütende Protestler während des Arabischen Frühlings oder der zerstörerische Tsunami im japanischen Fukushima. Die besten sind nun in Hamburg zu sehen – auch ein Deutscher ist dabei.

Samuel Aranda, der Fotograf des "World Press Photo des Jahres 2011" neben seinem Schnappschuss. dpa

Samuel Aranda, der Fotograf des "World Press Photo des Jahres 2011" neben seinem Schnappschuss.

HamburgDie besten Pressefotos des vergangenen Jahres sind ab heute in Hamburg zu sehen. Die Ausstellung "World Press Photo 2011" zeigt im Gruner + Jahr Pressehaus die Siegerfotos verschiedener Kategorien des internationalen Wettbewerbs. Darunter ist auch das Pressefoto des Jahres 2011 von dem spanischen Fotografen Samuel Aranda. Es zeigt im Jemen eine Frau mit schwarzem Schleier, die ihren bei regimekritischen Protesten verwundeten Sohn im Arm hält.

Insgesamt hatten sich fast 5.300 Fotografen mit mehr als 101.200 Fotos bei der Jury beworben, sagte deren Sprecher Jurre Janssen. Das Siegerfoto wurde demnach ausgewählt, weil es einen Moment der Stille im sonst vom Kampf geprägten Arabischen Frühling zeigt. Das Foto sei am 15. Oktober in einer Moschee in der Hauptstadt Sanaa entstanden, die als Lazarett genutzt wurde, sagte Fotograf Aranda. Der junge Mann auf dem Foto sei 18 Jahre alt und war von Sicherheitskräften der Regierung mit Tränengas angegriffen worden. Seine Mutter fand ihn erst nach langer Suche in der Moschee.

Insgesamt wurden 57 Fotografen aus 25 Ländern ausgezeichnet, darunter mit dem Naturfotografen Carsten Peter ein Deutscher. Peter wurde für seine Fotografien der wahrscheinlich größten Höhle der Welt ausgezeichnet, der Hang Son Doong im vietnamesischen Nationalpark Phong Nha-Ke Bang. Er erhielt dafür den zweiten Platz in der Kategorie Natur-Fotoserien. Das Höhlensystem ist stellenweise über 180 Meter hoch und liegt unter dem Annamiten-Gebirge. "Das Schwierigste war, die Höhle auszuleuchten", sagte Peter. Dafür hätten er und sein Team "kubikmeterweise" große Blitzleuchten durch den schwer zugänglichen Dschungel transportieren müssen.

Die ausgezeichneten Pressebilder spiegeln die großen Themen des Jahres 2011 wider. So zeigt die Ausstellung Fotos vom Tsunami im japanischen Fukushima, von der norwegischen Insel Utøya kurz nach dem Breivik-Massaker oder dem Arabischen Frühling. Daneben werden aber auch Lebenswelten außerhalb des aktuellen Tagesgeschehens gezeigt: Etwa das Erholungsverhalten der Einwohner Moskaus oder einen argentinischen Rentner, der seine über 80-jährige, an Alzheimer erkrankte Frau pflegt.

Glücklicher Gewinner: Der Fotograf Samuel Aranda arbeitet für die New York Times. Sein Foto beschreibt nach Meinung der Juroren wie kein anderes die Facetten des arabischen Frühlings. dpa

Glücklicher Gewinner: Der Fotograf Samuel Aranda arbeitet für die New York Times. Sein Foto beschreibt nach Meinung der Juroren wie kein anderes die Facetten des arabischen Frühlings.

Der Verlag Gruner + Jahr, der die viele Fotos enthaltenden Magazine "Stern" und "Geo" herausgibt, präsentiert die "World Press Photo"-Ausstellung bereits zum 18. Mal in Hamburg. Auch für die kommenden drei Jahre sei ein entsprechender Vertrag mit den Veranstaltern geschlossen worden.
Dieses Jahr läuft die Ausstellung in Hamburg bis zum 3. Juni. Sie ist Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Vom 8. bis 30. Juni wird die Schau in Berlin im Willy-Brandt-Haus gezeigt.

Von

dapd

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