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11.01.2017

20:08 Uhr

Hamburger Elbphilharmonie

Gauck lobt Konzerthaus als „ein Juwel der Kulturnation“

Die Elbphilharmonie soll eines der besten Konzerthäuser der Welt werden. 2100 Gäste folgten der Einladung zur feierlichen Eröffnung – darunter auch Bundespräsident Gauck und Kanzlerin Merkel.

Der Bundespräsident hält eine Rede zur Eröffnung der Elbphilharmonie. AFP

Joachim Gauck

Der Bundespräsident hält eine Rede zur Eröffnung der Elbphilharmonie.

HamburgViel Prominenz, elegante Roben und Beethoven-Klänge: Ein Festakt in der Hamburger Elbphilharmonie direkt vor dem Eröffnungskonzert hat am Mittwochabend Gäste aus Politik, Kultur und Unterhaltung angezogen. Wegen schlechten Wetters verzögerte sich der Beginn um eine halbe Stunde. Die Popularität und die Anziehungskraft der Elbphilharmonie seien eine große Chance, mehr Menschen für klassische Musik zu begeistern, sagte Bundespräsident Joachim Gauck vor 2100 geladenen Besuchern. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war gekommen.

Fast zehn Jahre hatte der Bau des gläsernen Konzerthauses auf einem alten Kaispeicher in der Hafencity gedauert. Viele rühmen die Konzerthalle bereits als Jahrhundertbauwerk. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz sprach von einem großen Wurf.

Das Eröffnungskonzert im Großen Saal mit der besonderen Innenverkleidung – der sogenannten weißen Haut – sollte anschließend das NDR Elbphilharmonie Orchester geben. Es stimmte die Zuhörer bereits vor den Reden mit der Ouvertüre zu „Die Geschöpfe des Prometheus“ von Ludwig van Beethoven ein.

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„Hamburg setzt mit der Elbphilharmonie ein unübersehbares Zeichen für die große Bedeutung, die Kunst und Kultur in einer freien Gesellschaft zukommt“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in seiner Rede. „Mit dem ersten Konzert im Großen Saal beginnt das Herz der Elbphilharmonie zu schlagen.“

Gauck zeigte sich von der Architektur und dem „wundervollen Klang“ beeindruckt. Er ermunterte die Stadt: „Nutzen Sie die Möglichkeiten, die dieses Haus Ihnen bietet.“ Dann könne aus der Elbphilharmonie werden, was viele Hamburger sich wünschten: „das Wahrzeichen einer weltoffenen, vielfältigen Metropole – und ein Juwel der Kulturnation Deutschland“. Für ihn stehe die Elbphilharmonie zunächst einmal für bürgerschaftliches Engagement. Die Idee gehe auf eine private Initiative zurück, viele hätten dafür gespendet. Zugleich mahnte er, mit Steuergeldern verantwortungsbewusst umzugehen. Bei der Elbphilharmonie sei einiges verbaut worden.

Die Kosten waren für die Steuerzahler von 77 auf 789 Millionen Euro gestiegen; hinzu kamen 57,5 Millionen Euro Spenden. Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft kritisierte: „Die Luxus-Eröffnung ist das logische i-Tüpfelchen auf der irren Verschwendungs-Geschichte der Elbphilharmonie“, sagte der Abgeordnete Norbert Hackbusch.

Auf dem Programm des Eröffnungskonzertes unter Leitung von Thomas Hengelbrock stand eine musikalische Zeitreise von der Renaissance bis zur Gegenwart. Musiker, die in der Elbphilharmonie bereits proben durften, hatten von ihrem „warmen Klang“ geschwärmt. Der Akustiker Yasuhisa Toyota wollte zudem, dass alle Besucher auf den terrassenförmigen Publikumsrängen gleich gut hören können. Aus Schallschutzgründen wurde der 12.500 Tonnen schwere Saal vom restlichen Gebäude entkoppelt, er liegt auf Federpaketen.

Auf der Gästeliste standen auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), zahlreiche Politiker aus Bund und Ländern sowie Regisseur Fatih Akin, Modeschöpferin Jil Sander und die Schauspieler Hannelore Hoger, Charly Hübner und Armin Mueller-Stahl. Die Polizei sicherte die Veranstaltung mit zahlreichen Maßnahmen ab, dazu gehörten Betonpoller, Sperrungen und der Einsatz von Sprengstoff-Spürhunden.

Der Grundstein für den Prestigebau nahe den Landungsbrücken wurde am 2. April 2007 gelegt. Eigentlich sollte das Konzerthaus der Architekten Herzog & de Meuron, das neben dem Großen Saal mit 2100 Plätzen noch den Kleinen Konzertsaal, ein Hotel mit 244 Zimmern und 44 Eigentumswohnungen beherbergt, bereits vor sieben Jahren eröffnen.

Hamburgs Tourismus-Chef Michael Otremba rechnet mit vielen zusätzlichen Besuchern aus aller Welt. Bereits am 5. November wurde die öffentliche Plaza in 37 Metern Höhe eröffnet. Mittlerweile genossen dort bereits eine halbe Million Menschen die Aussicht.

Von

dpa

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