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09.12.2014

07:46 Uhr

Hape Kerkeling wird 50

Der Mann, der Beatrix war

Er habe „den Soundtrack zur Bundesrepublik Deutschland geschrieben“, sagte Hape Kerkeling zum 80. von Udo Jürgens. Und Kerkeling selbst, der heute 50 wird? Der hat die Republik zum Lachen und Nachdenken gebracht.

BerlinWenige Worte reichen und unvergessliche TV-Momente mit Hape Kerkeling tauchen bei fast jedem in Deutschland im Kopf auf. „Lecker Mittagessen“ zum Beispiel - mit holländischem Akzent von ihm als vermeintliche Königin Beatrix am Schloss Bellevue gesagt.

Oder „Hurz“ - ausgerufen von ihm als angeblicher Neue-Musik-Sänger aus Polen. Oder „Schätzelein“ - gegrunzt von ihm als Zeitungsjournalist Horst Schlämmer. Millionen haben auch Kerkelings Jakobsweg-Bestseller „Ich bin dann mal weg“ gelesen oder vertiefen sich zurzeit in seine Autobiografie „Der Junge muss an die frische Luft“.

Der Komiker Hape Kerkeling gehört zu Deutschland wie Heino, Thomas Gottschalk, Herbert Grönemeyer, Angela Merkel oder die Altkanzler Helmut Schmidt oder Kohl. Er scheint eine Institution geworden zu sein. An diesem Dienstag wird er 50.

10 Gründe, Hape Kerkeling zu gratulieren

Grund Nummer eins

Weil er mit „Ich bin dann mal weg“ und etwa 5 Millionen Lesern das erfolgreichste deutsche Sachbuch der Nachkriegszeit schrieb.

Grund Nummer zwei

Weil er gesundheitliche Probleme (Hörsturz, Entfernung der Gallenblase) 2001 als Anlass nahm, den Jakobsweg zu gehen und daraus den Bestseller formte.

Grund Nummer drei

Weil er im neuen Bestseller „Der Junge muss an die frische Luft“ mutig die ganze Wahrheit über den Suizid seiner Mutter erzählte.

Grund Nummer vier

Weil er 1991 für „Total Normal“ als Königin Beatrix am Schloss Bellevue einen legendären TV-Moment schuf („Lecker Mittagessen“).

Grund Nummer fünf

Weil er als Verwandlungskünstler die schmierige Journalistenparodie Horst Schlämmer zum Leben erweckte.

Grund Nummer sechs

Weil er 2006 als Horst Schlämmer bei „Wer wird Millionär?“ den Quizmaster Günther Jauch zum Stuhltausch drängte und raten ließ („Jetzt konzentrier dich doch, Herr Jauch“).

Grund Nummer sieben

Weil er 2009 mit „Horst Schlämmer - Isch kandidiere!“ etwa 1,3 Millionen Zuschauer ins Kino lockte, obwohl es wenig Kritikerlob gab.

Grund Nummer acht

Weil er als Paarberaterin Evje van Dampen („Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit!“) das Gefühl der Gefühle charakterisierte.

Grund Nummer neun

Weil er seiner Heimat Ruhrgebiet - trotz späterer Wohnorte Düsseldorf oder Berlin - stets liebevoll verbunden blieb.

Grund Nummer zehn

Weil er der Öffentlichkeit eine Schlammschlacht nach der Trennung von seinem langjährigen Lebensgefährten Angelo Colagrossi ersparte.

Mit der Showbühne soll jetzt Schluss sein. Das hat er mehrmals betont. „Ich habe viele Pläne, aber nichts Konkretes in der Pipeline“, sagte Kerkeling im „Hörzu“-Interview vor kurzem. „Keinen Film, keinen Bühnenauftritt. Jetzt mache ich wirklich erst mal gar nichts. Irgendwann setze ich mich wieder an den Schreibtisch.“

Er freue sich sehr auf den runden Geburtstag, weil er „ganz glücklich“ auf 30 Jahre Bühnenkarriere zurückblicken könne. Rund um das eigentliche Geburtsdatum wollte Kerkeling demnach verreisen. „Zwei, drei Wochen irgendwohin, wo es warm ist.“

Er mache sich nicht rar, um begehrter zu sein, sagte Kerkeling. „Ich mache mich rar, weil ich mich rarmachen will.“ Im Frühling brachte er das Schlageralbum „Ich lasse mir das Singen nicht verbieten“ heraus, die Erfüllung eines Kindheitstraumes. 2014 war für ihn ein Jahr voller Nostalgie: Anfang Oktober erschienen seine Memoiren, in denen er viel aus seiner Kindheit im Ruhrgebiet erzählt, von seinen prägenden Omas, der bunten Verwandtschaft, lieben Schulfreunden, aber auch bewegenden Begegnungen als Erwachsener, etwa mit dem Dalai Lama.

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