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25.08.2015

14:40 Uhr

Happy Birthday, Sean Connery!

Bond, Schotte, Weltstar: Sean Connery wird 85

Er hat als James Bond brilliert, als Mönch ermittelt und Indiana Jones Griechisch gelehrt. Seinen 85. Geburtstag feiert Sean Connery ganz abgeschieden. Er liebt seine schottische Heimat, doch dort wird er kritisiert.

Eine alte Aufnahme aus dem Jahr 2005. Weltstar Sean Connery lebt abgeschieden auf Barbados. An die Öffentlichkeit tritt er kaum noch. dpa

Sean Connery wird 85

Eine alte Aufnahme aus dem Jahr 2005. Weltstar Sean Connery lebt abgeschieden auf Barbados. An die Öffentlichkeit tritt er kaum noch.

LondonSean Connery ist einer der größten Filmstars der Welt – und er ist nicht zu sprechen. „Sean ist im Ruhestand und hat gebeten, dass wir alle Medienanfragen ablehnen“, antwortet eine Sprecherin routiniert auf die Bitte um ein Interview. Seit Jahren hat sich der James-Bond-Star weitgehend zurückgezogen, auch zu seinem 85. Geburtstag am Dienstag (25. August) lässt er nichts von sich hören.

Er mischte sich nicht mal ein, als die Schotten vergangenen Herbst über ihre Unabhängigkeit abstimmten – eigentlich eine Herzensangelegenheit für den Patrioten aus Edinburgh, der in den frühen 90ern in Schottlands Nationalpartei SNP eintrat und dessen Autobiografie „Mein Schottland, mein Leben“ heißt.

Als Grund für das Schweigen nannte sein Bruder drohende Probleme mit der Steuer: Weil Connery die in Großbritannien nicht zahlt, darf er sich nur eine begrenzte Zahl von Tagen im Jahr dort aufhalten. Die Schotten spekulierten, der Schauspieler sei zu krank. Was sein Bruder wiederum bestritt: Sean habe einfach viel zu tun.

Die sechs Darsteller des James Bond

Sean Connery

Der Schotte ist der Ur-Bond und viele Fans halten ihn nach wie vor für den einzigen „echten“ Bond-Darsteller. In Filmen wie „Dr. No“ und „Goldfinger“ hat Connery in seiner Paraderolle Filmgeschichte geschrieben. Nach fünf Filmen machte er Pause, kehrte aber zweimal in die Rolle des Doppel-Null-Agenten zurück - 1971 in „Diamantenfieber“ und 1983 in „Sag niemals nie“.

Georg Lazenby

„Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ sollte für den Australier der einzige Einsatz als James Bond bleiben. Lazenby konnte nicht überzeugen, die Fußstapfen, die ihm Connery hinterlassen hatte, waren wohl zu groß. Hinzu kam Ärger mit Produzent Albert R. Broccoli.

Roger Moore

Eigentlich schon vor dem ersten Bond „Dr. No“ als Hauptdarsteller im Gespräch, erhielt der Londoner 1973 die „Lizenz zum Töten“. Wie Connery spielte er in sieben Filmen, zuletzt noch im Alter von 58 Jahren in „Im Angesicht des Todes“, der 1985 in die Kinos kam. Für Moore wurde das Konzept der Filme geändert, die Bond-Reihe wurde in seiner Zeit mehr zur Agenten-Komödie.

Timothy Dalton

Der Waliser schaffte es nur zu zwei Einsätzen als James Bond. Er trat an, um einen Gegenpol zum Klamauk der Moore-Ära zu liefern, näher an der Romanvorlage Ian Flemings. In „Hauch des Todes“ gelang das, bei „Lizenz zum Töten“ zog das Publikum 1989 nicht mit. Es folgte eine sechs Jahre lange Bond-Pause auf der Kinoleinwand.

Pierce Brosnan

Der Ire war eigentlich schon vor Dalton erste Wahl als 007, musste aber wegen anderer Verpflichtungen passen. Mit seiner actionreichen Bond-Interpretation brachte er es zwischen 1995 und 2002 auf vier Einsätze.

Daniel Craig

Seit 2006 hat mit Daniel Craig wieder ein Engländer den Job als bester Geheimagent des Secret Service - und erstmals ein Blondschopf. In „Casino Royale“ und „Ein Quantum Trost“ besiegte Craig bisher zweimal das Böse. Der dritte Craig-Bond „Skyfall“ kommt in wenigen Wochen in die Kinos. Craig ist die Lust auf Banditen-Jagd noch nicht vergangen - er will weitermachen.

Fest steht, dass der Schotte in den vergangenen Monaten verschiedene Einladungen in die Heimat ausgeschlagen hat, wo ihn viele seiner Landsleute naserümpfend als Steuerflüchtling bezeichnen, weil er auf Barbados residiert. Er werde erst zurückkehren, wenn das Land unabhängig sei, soll er mal gesagt haben.

Thomas Sean Connery, der inzwischen ein Sir vor dem Namen trägt, kam 1930 in einem Arbeitervorort Edinburghs zur Welt. Als Kind lieferte er Milch aus, um zum Familieneinkommen beizutragen. Sein phänomenal gutes Aussehen brachte ihn über einen Umweg zur Schauspielerei: Connery machte den dritten Platz beim Wettbewerb „Mister Universum“, und weil er schon mal in London war, sprach er für einen Musicalchor vor. Nach kleinen Bühnenengagements spielte er Ende der 50er die ersten Filmrollen - und dann kam Bond.

Siebenmal rettete Connery im Auftrag ihrer Majestät England und die Welt vor mehr oder weniger durchgeknallten Schurken und verführte reihenweise „Bond-Girls“; erstmals in „James Bond jagt Dr. No“ 1962, ein letztes Mal in „Sag niemals nie“ 1983.

Mit schottischem Zungenschlag, charmantem Lächeln und einer gesunden Portion Ironie schuf Connery einen Bond, an dem sich von George Lazenby über Roger Moore bis Daniel Craig alle seine Nachfolger messen lassen mussten. Natürlich auch, was ihre Ausstrahlung angeht. Immerhin ernannte das „People“-Magazin ihn mit knapp 60 Jahren und Glatze noch zum „Sexiest Man Alive“.

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