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20.10.2011

15:11 Uhr

Harte Konkurrenz:

Spiele-Erfinder buhlen um Käufer

Der deutsche Spielemarkt ist umkämpft: Nur wenige Neuerscheinungen können sich dauerhaft behaupten. Bei der Essener Spielemesse buhlen die Erfinder um die Gunst der Käufer. Der jüngste Erfinder ist erst 14 Jahre alt.

Bei dem Spiel „Krimi Total" schlüpft jeder Mitspieler in eine vorgegebene Charakterrolle  und bestimmt so die Handlung mit. dpa

Bei dem Spiel „Krimi Total" schlüpft jeder Mitspieler in eine vorgegebene Charakterrolle und bestimmt so die Handlung mit.

EssenNoch nie ist es einem Gegenspieler gelungen, den 14 Jahre alten Spiele-Erfinder Yannick Holtkamp in dem von ihm entwickelten Strategiespiel „Sparta“ zu schlagen. Bei der Essener Spielemesse von Donnerstag bis Sonntag hofft der Schüler aus dem Münsterland nicht nur auf viele spannende Spielpartien. Mit seinem in Schulpausen entstandenen Brettspiel muss sich der Gymnasiast aus Sendenhorst (Kreis Warendorf) als jüngster Spiele-Erfinder bei der weltgrößten Spielemesse in Essen auch gegen Hunderte Konkurrenten durchsetzen.

Schon mit zwölf Jahren habe er sein Spiel, das eine Mischung aus Schach und Dame ist, zunächst aus purer Langeweile entwickelt, sagt Holtkamp. Durch Zufall sei er in Kontakt mit einem Spieleverlag (Queen Games) gekommen. Der stellt seine Neuentwicklung jetzt auf der Messe vor. Nur ein Bruchteil der Spiele aus dem riesigen Wust der Neuerscheinungen hat nach Meinung von Experten die Chance, zu einem Spiele-Klassiker zu werden.

„Maximal drei bis vier Spiele davon bleiben länger“, schätzt Michael Hopf von der Fachgruppe Spiel im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie. Die größten Umsatzbringer im Sortiment der Verlage seien aber nicht die Neuerscheinungen, sondern Klassiker wie das Wirtschaftsspiel „Monopoly“. Man müsse sich wundern, dass das Spiel immer wieder verkauft werde. „Jeder hat doch schon Monopoly“, meint Hopf.

„Elektronik liegt im Trend“

Die immer neuen Varianten des weltweit millionenfach verkauften Spiels sorgen aber für immer neue Umsätze. Mit rund 500 entwickelten Spielen gilt Reiner Knizia als einer der bekanntesten Profis unter den deutschen Spiele-Erfindern. Für die Messe in Essen hat er seinen Klassiker „Das verrückte Labyrinth“ nach 25 Jahren elektronisch aufgerüstet.

Weltweit ging das Spiel schon über 80 Millionen Mal über die Ladentheken. Nun können sich die Spieler auf der Suche nach Zaubersteinen von einem sprechenden Zauberbuch und verwunschenen Fabelwesen unterstützen lassen. „Elektronik liegt im Trend“, ist sich Knizia sicher. Künftig werde die Branche immer mehr auf solche „Hybrid-Produkte“ setzen.

Als Kriminalspielbuch ganz ohne Elektronik will dagegen das neue Spiel „Kugeln statt Blumen“ punkten. In dem Buch müssen die Leser das Rätsel um den Mord an dem Kunstmäzen Friedrich Dossenberg lösen. Dabei darf der Spieler das Buch nicht einfach von der ersten bis zur letzten Seite durchlesen, sondern muss entscheiden, welche Textpassagen er braucht, um den Fall zu lösen. Wie bei einem richtigen Spiel gibt es zu dem Taschenbuch auch eine mehrere Seiten dicke Gebrauchsanleitung.

Von

dpa

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