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29.11.2012

16:30 Uhr

Hauswedell & Nolde

Mädchen unter 1000 Losen

Im Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte stehen die Auktionen für Klassische Moderne und zeitgenössische Kunst an. Die Akzente setzt die Moderne mit Werken u.a. von Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde. Daneben hält das Angebot viel versprechende Blätter von Warhol bereit.

Erich Heckel: unbetitelter Holzschnitt, 1910. (Ausschnitt) Hauswedell & Nolte, Hamburg

Erich Heckel: unbetitelter Holzschnitt, 1910. (Ausschnitt)

HamburgDie Sammler trennen sich in Deutschland auch weiterhin nur zaghaft von ihren bedeutenderen Schätzen. Zu vage scheint vielen noch immer die Situation an den Finanzmärkten. Und schließlich wurde auch lang genug argumentiert, wie viel sicherer Kunst als Wertanlage sei, wenn man auf lange Perspektive setzt. Zwischenzeitlich ist des Besitzers Freude am Werk die - emotionale - Dividende. Entsprechend heterogen sind auch die Einlieferungen für die Herbstauktionen bei Hauswedell & Nolte in Hamburg. Zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit ist ein breites Spektrum des späten 19. und des 20. Jahrhunderts vertreten, aufgeteilt auf drei Kataloge und zwei Auktionstage am 7. und 8. Dezember. Insgesamt werden 1000 Lose aufgerufen.

Noldes "Kerzentänzerinnen"

Die klassische Moderne bildet den klaren Schwerpunkt der zweitägigen Auktion. Kraftvolle Akzente setzen die Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Max Beckmann und Erich Heckel. Von Kirchner werden ekstatische Zeichnungen aus seinen frühen Schweizer Jahren aufgerufen, darunter die Kreidezeichnung „Sich waschendes Mädchen“ von 1920. Das Blatt ist auf 16.000 Euro geschätzt. Noldes grandioser Holzschnitt „Kerzentänzerinnen“ (1917) soll 30.000 Euro kosten. Von Max Beckmann werden Selbstbildnisse angeboten, darunter die Kaltnadelradierung „Selbstbildnis von vorn“ von1918 für geschätzte 25.000 Euro. Für Erich Heckels Holzschnitt „Gegner“ von 1912 werden 6.000 Euro erwartet.

Verwandlung eines Dokuments

Die Farb-Lithographie „Seiltänzer“ von Paul Klee (1923) stimmt die zarten und sensiblen Seiten der Selbstbefragung und Verunsicherung während der Zwischenkriegszeit an. Sie trägt einen Schätzpreis von 35.000 Euro. Einen anderen Weg geht Lyonel Feininger. Während eines Sommerurlaubs 1910 auf der Insel Usedom beschäftigt ihn die Landschaftsdarstellung. Die dort entstandene farbige Kreidezeichnung „Der Weg nach Benz“ ist für ihn ein Schritt auf dem Weg zu größerer darstellerischer Freiheit. Deswegen hat er das Blatt ehedem auch gelocht, um es zu archivieren. Der Restaurator hat mittlerweile die Löcher geschlossen und aus dem Dokument ist ein Werk geworden, taxiert auf 10.000 Euro.

Stationen aus dem Werk Picassos

Mit einer breiteren Auswahl von Papierarbeiten werden bei Hauswedell & Nolte einige Stationen im Werk von Picasso illustriert. Die Radierung „Sculpteur et son Modele“ von 1933 für geschätzte 10.000 Euro ist dafür genau so beispielhaft wie die „Minotaurus“'-Radierung von 1934 für 12.000 Euro. Ein farbiger Linolschnitt von 1962, „Femme nue a la Source“, ist auf 22.000 Euro veranschlagt. Dasselbe gilt für einige seiner Keramiken, die auf 4.000 bis 6.000 Euro geschätzt sind.

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