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27.11.2013

13:38 Uhr

Hauswedell & Nolte

Marktfrische Blumen

VonFrank Kurzhals

Rund 700 Lose moderner und zeitgenössischer Kunst kommen am 3. und 4. Dezember bei Hauswedell & Nolte zum Aufruf. Seine Stärken hat das Angebot im Expressionismus.

Emil Nolde: "Violette Anemonen, gelbe und rote Blumen", Aquarell, um 1938. (Ausschnitt) Nachlass Emil Nolde, Seebüll

Emil Nolde: "Violette Anemonen, gelbe und rote Blumen", Aquarell, um 1938. (Ausschnitt)

HamburgAndy Warhol liegt dauerhaft im Trend bei den Auktionshäusern. Sicher kam deswegen auch die farbige Serigrafie „Jacqueline Kennedy II (Jackie II)“ auf das Katalogcover der Dezember-Auktion bei Hauswedell & Nolte. Geschätzt ist das 1966 in einer Auflage von 200 Exemplaren entstandene Werk auf 14.000 Euro. Es ist rückseitig stempelsigniert und handschriftlich nummeriert. Wer allerdings wesentlich mehr von Warhol in der Auktion erwartet, wird enttäuscht.

Dafür hat die Auktion Stärken im Expressionismus. Von Ernst Ludwig Kirchner über Heckel bis zu Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff sind eine Reihe von marktfrischen Werken im Angebot. So wurde Noldes Aquarell „Violette Anemonen, gelbe und rote Blüten“ vom dänischen Einlieferer um 1938 direkt vom Künstler erworben und war seitdem im Familienbesitz. Jetzt sucht das großformatige Prachtstück, für das 120.000 Euro erwartet werden, einen neuen Liebhaber.

Lyonel Feininger: "Blinder Musikant am Strande". Öl auf Leinwand von 1942. (Ausschnitt) VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Lyonel Feininger: "Blinder Musikant am Strande". Öl auf Leinwand von 1942. (Ausschnitt)

Frühstück von einem Engel

Ein weiterer Höhepunkt des Angebotes ist Lyonel Feiningers „Blinder Musikant am Strande“ von 1942. Das surreal anmutende Ölbild stammt aus einer US-Sammlung. Es hat eine lange Ausstellungsgeschichte und ist auf 200.000 Euro geschätzt. Paul Klees Lithographie „Ein Genius serviert ein kleines Frühstück“, entstanden 1920, ist zwar in der Blattmitte ausgeblichen, aber der poetische Zauber des Blatts wirkt noch immer. Verlangt werden für die in 50 Exemplaren aufgelegte Arbeit 24.000 Euro. Nahezu marktfrisch ist auch „La Danse“ von Henri Matisse. Die farbige Aquatinta-Radierung von 1935 lag gut 70 Jahre vergessen in einem Graphikschrank seiner Druckerei. Jetzt wird sie für 25.000 Euro Schätzpreis wieder dem Licht preisgegeben.

Max Klingers Zimmerdekoration

Aus dem Angebot sticht außerdem noch ein Ensemble von Max Klinger heraus. Es sind vier jeweils 42 x 117 cm große, mit Ölfarbe und Tusche auf Tischlerplatte gemalte Wandpaneele, darunter „Kämpfende Männer hinter einer Blumengirlande“, „Kraniche an einem Gewässer“ und eine „Liegende Frau mit Öllampe“. Klinger entwarf die Tafeln als Dekoration eines Zimmers anlässlich der „Großen Kunstausstellung Dresden 1912“. So aus dem Raumzusammenhang gerissen sind sie vielleicht eher unter dem Aspekt Kuriosa zu subsumieren. Der aufgerufene Preis von jeweils 8.000 Euro berücksichtigt dies.

Wer Vieles bringt, wird Manchen etwas bringen. Das scheint das Motto für diese Auktion von Hauswedell & Nolte zu sein. Mit ca. 700 Losnummern ist das Angebot von der modernen bis zur zeitgenössischen Kunst breit gestreut. Viel Belangloses ist auch dabei. Es ist fraglich, ob diese Mischung auf Dauer ausreicht, um im Kampf um Aufmerksamkeit überregional und international weiter zu bestehen. Zu wünschen wäre es dem Traditionsunternehmen.

„Moderne Kunst Teil I und II“: 3. Dezember 2013

„Kunst nach 45“: 4. Dezember

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