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26.02.2015

17:42 Uhr

Helge Achenbach

Kunstberater soll sieben Jahre in Gefängnis

Kunstberater Helge Achenbach soll sieben Jahre in Haft. Der 62-Jährige ist wegen Betrugs angeklagt. Auch für Achenbachs mitangeklagten Ex-Geschäftspartner Stefan H. fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe.

Kunstberater Helge Achenbach muss sich vor dem Landgericht Essen wegen Betrugs verantworten. dpa

Betrugsprozess

Kunstberater Helge Achenbach muss sich vor dem Landgericht Essen wegen Betrugs verantworten.

EssenIm Betrugsprozess gegen den Kunstberater Helge Achenbach hat die Staatsanwaltschaft sieben Jahre Haft gefordert. Achenbach (62) habe das Vertrauen des 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht ausgenutzt, sagte Staatsanwältin Valeria Sonntag am Donnerstag vor dem Landgericht Essen. Der Kunstberater habe sich bei neun Kunst- und sieben Oldtimergeschäften wegen Betruges in besonders schwerem Fall schuldig gemacht und Albrecht einen Gesamtschaden von mindestens 19,4 Millionen Euro zugefügt.

Die Anklage-Vertreterin war nach der Beweisaufnahme überzeugt, dass Achenbach ungerechtfertigte Preisaufschläge vorgenommen und teilweise Rechnungen eigenhändig gefälscht hat. Achenbach „handelte von Anfang an in der Geschäftsbeziehung zu Albrecht betrügerisch“, sagte Sonntag. Hintergrund für die Taten war nach Überzeugung der Staatsanwältin, dass Achenbach habe „dringend Geld benötigt“ habe, unter anderem für seine defizitären Restaurants.

Kunstberater Achenbach: Millionengeschäfte mit dem Aldi-Erben

Helge Achenbach

Der Düsseldorfer Kunsthändler ist seit Jahrzehnten in der Kunstszene tätig. Er gilt als Erfinder der Kunstberatung.

Geburtsdatum

17. April 1952

Achenbach Art Consulting

Achenbach besitzt seine eigene Kunstberatung. Die Achenbach Art Consulting existiert seit knapp 40 Jahren und arbeitete bereits mit renommierten Künstlern wie Gerhard Richter, Jörg Immendorff oder Andreas Gursky zusammen.

Betrugsvorwürfe

Im Juni 2014 wurden Betrugsvorwürfe gegen den Kunstberater bekannt. Babette Albrecht, Witwe des verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht, soll Anzeige gegen Achenbach erstattet haben. Der Grund: „verdeckte Preisaufschläge“. Auch Christian Boehringer von dem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim soll zu den Opfern Achenbachs zählen.

Sündenfall (1)

Achenbach verkaufte Bilder von Oskar Kokoschka. Dieser war ein österreichischer Maler, Grafiker und Schriftsteller des Expressionismus und der Wiener Moderne. Er wurde 1886 geboren und starb 1980.

Sündenfall (2)

Achenbach verkaufte Bilder von Ernst Ludwig Kirchner. Dieser war ein deutscher Maler und Grafiker und wird zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus gezählt. Er lebte von 1880 bis 1938.

Geschäftspartner

Achenbach machte Geschäfte mit Berthold Albrecht. Der Manager war einer von zwei Söhnen des Aldi-Nord Gründers Theo Albrecht. Berthold Albrecht lebte von 1954 bis 2012.

Geschäftsvolumen

Berthold Albrecht hat in nur drei Jahren mithilfe von Achenbach Kunstwerke und Oldtimer im Wert von rund 120 Millionen Euro erstanden.

Schaden

Die Staatsanwaltschaft geht im Zusammenhang mit den Albrecht-Geschäft Achenbachs von Betrug aus und hat einen Schaden von rund 23 Millionen Euro errechnet.

Für Achenbachs mitangeklagten Ex-Geschäftspartner Stefan H. forderte die Staatsanwältin zwei Jahre und zehn Monate Freiheitsstrafe.

Von

dpa

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