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30.11.2014

16:21 Uhr

Hochzeit auf den ersten Blick

Kuppelshow von Sat1 setzt auf den Skandal

VonMarcel Reich

Mit der neuen Kuppel-Show „Hochzeit auf den ersten Blick“ wagt Sat.1 den Angriff auf Platzhirsch RTL. Der Titel ist Programm: Die Kandidaten sehen sich erst vor dem Traualtar. Dagegen geht die Kirche auf die Barrikaden.

Das Brautpaar Bea (32) und Tim (31) aus Nordrhein-Westfalen in der ersten Ausgabe der Sat.1-Show „Hochzeit auf den ersten Blick“. Erst vor dem Traualtar sahen sich die beiden das erste Mal – und gaben sich direkt das Ja-Wort. dpa

Das Brautpaar Bea (32) und Tim (31) aus Nordrhein-Westfalen in der ersten Ausgabe der Sat.1-Show „Hochzeit auf den ersten Blick“. Erst vor dem Traualtar sahen sich die beiden das erste Mal – und gaben sich direkt das Ja-Wort.

DüsseldorfAm Tag der eigenen Hochzeit ist wohl jeder angemessen aufgeregt, Gedanken schießen durch den Kopf: Ist das wirklich der Mensch für den Rest meines Lebens? Was aber, wenn man den potenziellen Partner noch nie gesehen hat?

Das ist das Modell der neuen Sat.1-Show „Hochzeit auf den ersten Blick“. Die Sendung (sonntags, 17:55 Uhr) funktioniert an sich nicht groß anders als bekannte und erfolgreiche Kuppel-Formate wie „Bauer sucht Frau“ oder „Schwiegertochter gesucht“ des Platzhirschs RTL. Zwei mehr oder weniger verzweifelt Liebessuchende werden vor einem Millionenpublikum zusammengeführt, um endlich glücklich zu werden. Der große Unterschied ist der Kniff, den bereits der Titel der Sendung verrät: Die beiden Kandidaten sehen sich das erste Mal direkt vor dem Traualtar.

Bereits im Angesicht des Standesbeamten müssen die beiden dann entscheiden, ob sie die aufgeregt schwitzende Person neben sich wirklich sofort heiraten wollen. Wenn nicht, ist das Kennenlernen schon beendet. Falls beide jedoch wirklich „Ja“ sagen, geht es direkt in die Flitterwochen.

Umfrage: Sieben Gründe, um zu heiraten

Grund eins

Um meinem Partner/meiner Partnerin vor Zeugen meine Liebe zu versprechen (64 Prozent).

Quelle: Statista, TNS Emnid

Grund zwei

Um finanziell und im Unglücksfall besser abgesichert zu sein (40 Prozent).

Grund drei

Weil man sonst keine richtige Familie ist (36 Prozent).

Grund vier

Um den göttlichen Segen für unsere Beziehung zu erbitten (30 Prozent).

Grund fünf

Um Steuern zu sparen (30 Prozent).

Grund sechs

Weil man sich dann nicht so leicht trennt (24 Prozent).

Grund sieben

Um ein großes Fest zu feiern (18 Prozent).

Kein Grund

Ich würde nie heiraten (5 Prozent).

Unentschlossen

Weiß nicht, keine Angabe (10 Prozent).

Erst dort lernt sich das frisch verheiratete Ehepaar wirklich kennen – mit allen positiven und negativen Überraschungen. Nach sechs Wochen entscheidet dann jeder für sich, ob die Ehe fortgeführt oder schon wieder geschieden wird.

Ob die beiden Kandidaten für einander gemacht sind, entscheiden „Experten“ im Vorfeld anhand mehrerer Kriterien. Zunächst wertet ein „Matching-Experte“ einen Fragebogen der Teilnehmer aus: „Worauf legen sie in einer Beziehung wert?“ oder „Wie bindungsfähig sind sie?“ wird da zum Beispiel erfragt. Dann untersucht ein „Wohnpsychologe“ das Zuhause, um so auf Charaktereigenschaften zurückzuschließen.

Sexuelle Vorlieben werden anhand von „Farbtests“ ermittelt. Am Ende gibt ein DNA-Test Auskunft über die physische Verträglichkeit, denn: Je unterschiedlicher das Immunsystem der Partner, desto eher passen sie zusammen. Ergibt sich am Ende eine hohe Übereinstimmung, führen die Experten die Kandidaten vor den Traualtar. Der Sender betont die wissenschaftliche Herangehensweise an die Liebe, die die Show, im Original aus Dänemark stammend, so einzigartig mache. Soweit so gut, aber wer bewirbt sich denn für so etwas?

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

01.12.2014, 10:18 Uhr

was hat dieser Quatsch auf einer Wirtschaftsseite zu suchen?

Herr Jet Set

01.12.2014, 13:25 Uhr

Homosexuellen, die sich wirklich lieben und seit Jahren eine ernsthafte und stabile Beziehung führen, wird die Ehe verweigert aber für so einen Quatsch ist die Ehe dann doch noch gut genug?? Unglaublich!

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