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10.07.2014

20:59 Uhr

Hoffnung auf mehr junge Hörer

„BR-Klassik“-Frequenz geht an Jugendwelle

Der öffentliche-rechtliche Rundfunk will mehr junge Hörer erreichen. Bei den UKW-Wellen des Bayerischen Rundfunks überwiegen aber die Hörer über 50. Nun soll „BR-Klassik“ seine Frequenz einer Jugendwelle abtreten.

Der Bayrische Rundfunk gibt die Frequenz von „BR-Klassik“ an den Jugendsender „Puls“ ab. dpa/picture-alliance

Der Bayrische Rundfunk gibt die Frequenz von „BR-Klassik“ an den Jugendsender „Puls“ ab.

MünchenDas Jugendradio „Puls“ des Bayerischen Rundfunks (BR) bekommt die UKW-Frequenz von „BR-Klassik“. Der BR-Rundfunkrat genehmigte den umstrittenen Wellentausch am Donnerstag. Demnach wird die Frequenz des Klassiksenders ab dem Jahr 2018 dem Jugendsender zur Verfügung gestellt. „BR-Klassik“ wird dann nur noch über Digitalradio (DAB+), Kabel, Satellit und Internet zu empfangen sein. Das Gremium beschloss das Vorhaben nach einer kontroversen Diskussion mit Dreiviertelmehrheit.

Zu Beginn der Sitzung hatte BR-Intendant Ulrich Wilhelm noch einmal für den Frequenztausch geworben. Die Klassik solle ein Markenzeichen des BR bleiben. Es sei aber auch ein wichtiges Ziel des Senders, die junge Generation zu erreichen. Wilhelm betonte, dass in die Beschlussvorlage bis zuletzt noch weitere Konsenspunkte eingearbeitet worden seien. Zuvor hatte der BR das Projekt bereits von 2016 um zwei Jahre auf 2018 verschoben. Mehrere Rundfunkräte betonten den Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Positionen.

Die BR-Pläne waren auf heftige Kritik gestoßen, auch bei einigen Rundfunkräten. Privatradios befürchten, dass der Jugendsender der öffentlich-rechtlichen Anstalt auf UKW ihnen Hörer abspenstig macht und ihnen Werbeeinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr verloren gehen. Der BR hält das für überzogen und sicherte zu, dass „Puls“ werbefrei bleibe.

Auch aus der Kultur kam heftiger Widerstand gegen den Wechsel der Klassik ins Digitale. Organisationen wie der Deutsche Kulturrat, die Deutsche Orchestervereinigung oder der Bayerische Musikrat beteiligten sich an der Petition „BR-Klassik muss bleiben“. Viele Klassikfans wollten auf das UKW-Angebot nicht verzichten, obwohl laut BR bisher schon 40 Prozent der Klassikhörer alternative Verbreitungswege wie DAB nutzen. Im Rahmen des Wellentauschs will der Sender verstärkt für sein Digitalangebot werben.

Was Firmen und Städte für den Rundfunk zahlen

Rewe

Vor der Haushaltsabgabe: 330.000 Euro
Seit 2013: 1,5 Millionen Euro

Quelle: Rossmann

Douglas

Vor der Haushaltsabgabe: 70.000 Euro
Seit 2013: 393.000 Euro

Drogeriekette dm

Vor der Haushaltsabgabe: 94.000 Euro
Seit 2013: 266.000 Euro

Buchhandlung Decius

Vor der Haushaltsabgabe: 553 Euro
Seit 2013: 6.635 Euro

DB Netz

Vor der Haushaltsabgabe: 26.000 Euro
Seit 2013: 472.000 Euro

Stadt München

Vor der Haushaltsabgabe: 60.000 Euro
Seit 2013: 350.000 Euro

Kindertagesstätten in Köln*

Vor der Haushaltsabgabe: 4.170 Euro

Seit 2013: 49.000 Euro

*insgesamt 225

Der BR will mit dem UKW-Angebot von „Puls“ einen „drohenden Generationenabriss“ verhindern. Vier der fünf UKW-Programme erreichten bislang nur ein Publikum, das älter als 50 Jahre sei. Einzig die Popwelle „Bayern 3“ habe Hörer, die durchschnittlich 43 Jahre alt seien. „Puls“ zielt hingegen auf die 14- bis 29-Jährigen. Viele aus dieser Zielgruppe verfolgten aufmerksam die mehrstündige Diskussion im Rundfunkrat.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Max Power

11.07.2014, 12:56 Uhr

2018 - ich lach mich kaputt. Seit 20 Jahren gibt es beim NDR N-Joy, das war wenigstens früher mal für Jugendliche, in Brandenburg gib es seit über 20 Jahren Fritz... weiter südlich gibts Sputnik... der BR ist ziemlich spät dran. Und vermutlich auch nur weil Sender wie EGO FM Riesen Erfolg haben. Der BR hat einfach mal ignoriert, dass unterhalb von 40 auch Menschen gibt. Und ausgerechnet Klassik zu opfern... naja.

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