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05.10.2011

13:52 Uhr

Hongkong

21 Millionen US-Dollar für Ming-Vase

VonMatthias Thibaut

Sie gelten als rare Trophäen, für die Sammler Millionenpreise bewilligen. Eine blau-weiße Vase der Zeit um 1400 aus der Sammlung des Schweizers Stephen Zuellig ist der Rekordhalter im Sammelgebiet chinesische Keramik.

Rekord für Ming-Porzellan: Vase mit blau-weißem Dekor. Sotheby's

Rekord für Ming-Porzellan: Vase mit blau-weißem Dekor.

LondonEine chinesische Ming Vase aus der legendären Meiyintang-Sammlung hat in Hongkong Zweifel am Boom der Supervasen beseitigt und den bisherigen Rekord für eine Ming-Vase zerschmettert. Ein Telefonbieter bezahlte für die blauweiße „Meiping“ oder Schultervase aus der Zeit des Yongle-Kaisers (1399-1402) 21,6 Millionen Dollar - deutlich mehr als die Taxe von 11 bis 16 Millionen US-Dollar. Sotheby’s  wird ein Stein vom Herzen gefallen sein – der erste Teil der Meiyintang-Sammlung im April enttäuschte nämlich etwas, weil Sotheby’s nach einigen durchgefallenen Auktionsverkäufen die Zahlungsmoral der chinesischen Käufer durch rigorose Kreditkontrollen absichern musste.

Leidenschaftlicher Sammler aus der Schweiz

Der Zuschlag zeigt die sagenhafte Preiskarriere, die Chinas „Supervasen“ in den letzten Jahren. Hinter der Meiyintang-Sammlung steht der 93-jährige Schweizer Sammler Stephen Zuellig, der zusammen mit seinem Bruder eine der umfangreichsten und hochwertigsten Sammlungen chinesischer Kunst aufbaute. Das fragliche Stück kaufte er im November 1998 über den Londoner Händler Giuseppe Eskenazi für umgerechnet 1,4 Millionen Dollar bei der Versteigerung einer Hongkonger Privatsammlung. Aber damals war der Markt wegen der bevorstehenden Hongkong-Übergabe durch die Briten schwach. Schon 1986 hatte die Vase einmal 1 Million Dollar gebracht. Zuellig selbst war es vermutlich, der 2005 ein neues Preisniveau setzte, als er wieder über Eskenazi in London für eine große Vase der Ming-Vorläufer-Dynastie Yuan 27 Millionen Dollar bewilligte.

Offene Rechnungen

Trophäen und exzeptionelle Stücke chinesischer Keramik haben in den vergangenen 12 Monaten immer wieder Schlagzeilen gemacht – angefangen mit dem immer noch umstrittenen Verkauf einer bunten Qianlong-Vase in London im vergangenen November für 53 Millionen Pfund - die vermutlich nie bezahlt wurden. Vor einem Jahr hatte die bekannte Sammlerin Alice Cheng in der Begeisterung bei Sotheby’s eine Vase mit 32 Millionen Dollar beboten – auch hier wurde der Verkauf wohl wieder annulliert. Nach Sotheby’s Offensive zur Sicherung der Zahlungsmoral  dünnte sich die Zahl der Bieter aus - im April fiel ein Hauptstück der Meiyintang-Sammlung durch, wurde aber laut Sotheby’s unmittelbar nach der Auktion für 26 Millionen Dollar privat verkauft

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