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30.08.2016

06:32 Uhr

Hype ums Smartphone-Spiel

Was die Pokémon-Jäger antreibt

VonStefani Hergert

Ist der Hype um die Monsterjagd schon wieder vorbei? Noch nicht, aber das Ende des Pokémon-Hypes ist absehbar, sagen Forscher. Die Spieler bekommen nicht das, was sie wollen – und der kindliche Zauber verfliegt.

Ist ein Ende des Hypes absehbar? dpa

Pokémon-Go-Spieler in Hannover

Ist ein Ende des Hypes absehbar?

Düsseldorf„What a diff'rence a day made“ – die erste Zeile des Songs, mit dem Dinah Washington in den 50ern berühmt wurde, zeigt ihre Aktualität auch fast 60 Jahre später noch. Zu besichtigen ist das etwa in den deutschen Großstädten, in denen die Ferien zu Ende und die Jugendlichen wieder in den Klassenräumen sind. Von einem Tag auf den anderen waren viele der Plätze verwaist, an denen sich in den Wochen zuvor noch tagtäglich hunderte junge Menschen getroffen hatten, um auf dem Smartphone Shiggy, Onix oder eines der anderen Pokémon zu jagen.

Nicht nur hierzulande werden die Jäger seltener gesichtet. Weltweit soll das Spiel laut Marktforschern schon mehr als 15 Millionen tägliche Nutzer verloren haben, rund 30 Millionen Menschen sollen noch jeden Tag die virtuellen Monster auf dem Smartphone jagen. Ist der Hype also schon wieder vorbei? Noch nicht, doch für die Forscher des Rheingold Instituts ist das nur eine Frage der Zeit. Mit dem Schulbeginn aber hat das wenig zu tun.

Die Marktforscher haben in den vergangenen Wochen tiefgehende Interviews und Gruppendiskussionen mit 40 Pokémon-Go-Spielern zwischen 16 und 25 geführt. Ihre Erkenntnisse aus den Gesprächen: „Pokémon Go verzaubert zwar die Welt, aber vereinheitlicht sie auch. Diese Standardisierung des Zaubers erzeugt bei den Spielern eine langsam zunehmende Beliebigkeit und Gleichgültigkeit“, heißt es in einer Studie, die an diesem Dienstag vorgestellt wird und dem Handelsblatt vorliegt.

Und diese Gleichgültigkeit wird dazu führen, dass der Hype abebbt. Man kann das mit europäischen Großstädten vergleichen: Die Einkaufsmeilen sehen heute im Prinzip überall gleich aus, die gleichen Ketten, die gleichen Marken, der gleiche Kaffee, die gleichen Burger. Eine einheimische Spezialität gibt es vielleicht noch, so wie es auch manche Pokémons nur in einigen Ländern gibt, aber das reicht nicht.

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Erste Anzeichen des Verdruss‘ machen die Forscher schon aus: Schon jetzt „fordern die Spieler neue Features wie Kampfverbesserungen, Wettkampf-Möglichkeiten, neue Schwierigkeitsgrade oder Tauschbörsen, damit die anfängliche Euphorie und Spielfreude wieder erwacht.“

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