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21.11.2012

16:53 Uhr

Im Kinsky

Bescheidene Bilanz

VonOlga Kronsteiner

Im Kinsky standen vergangene Woche Alte Meister, Antiquitäten und Klassische Moderne auf dem Auktionskalender. Dank selektiver Nachfrage blieb der Umsatz mit 3,7 Millionen Euro deutlich unter den Erwartungen. Auch Ausfuhrbeschränkungen blieben nicht ohne Wirkung.

Philippe de Mompers "Winterlandschaft mit Kirche", 1620er-Jahre. (Ausschnitt) Im Kinsky 2012

Philippe de Mompers "Winterlandschaft mit Kirche", 1620er-Jahre. (Ausschnitt)

WienAuch das ist Teil des Alltags in der Auktionsbranche, wenn auch ein unbeliebter: Die für das eine oder andere Kunstwerk angekündigte Ausfuhrsperre, die über den Ausschluss internationaler Käufer automatisch auch den Wert minimiert. Im Zuge der 93. Kunstauktion Im Kinsky vom 13. bis 15. November ereilte exakt drei Positionen dieses Schicksal. Bei einem Brunnen, der um 1916/17 von Otto Prutscher für die Wienerberger Ziegelfabriks- und Baugesellschaft entworfen wurde, ist dies jedoch unverständlich. Nachweislich handelt es nämlich um kein Unikat. Dieses Modell (Nr. 4061) wurde bis weit über die Mitte der 1920er-Jahre produziert und ist nicht einmal mit Fantasie als Unikat zu werten. Prompt fand sich für das auf 15.000 bis 30.000 Euro taxierte und etwas mehr als 130 Kilogramm schwere Exponat kein Käufer.

Reisebeschränkung für ein Kleid

Nachvollziehbarer war und ist die Reisebeschränkung für ein im Modesalon der Schwestern Flöge kreiertes Haute-Couture-Kleid aus Seidensatin und Seidenmousseline. Das mit Klöppelspitze und Seidenstickerei verzierte Gewand befand sich seit 1905 in Familienbesitz. Gegen einen Telefonbieter setzte sich das Wien Museum etwas unter den Erwartungen bereits bei 22.000 Euro durch. Mit Aufgeld macht das 27.500 Euro. Der Schätzpreis betrug 17.000 bis 35.000 Euro.

Gruppenzwang für Porträt-Zyklus

Für den aus 58 Porträts umfassenden Zyklus steirischer Adelige bestand seit 2006 darüber hinaus auch ein Gruppenzwang. Er sollte zusammenbleiben. Im Juni 2011 hatte das Ensemble im Dorotheum seinen ersten Auftritt auf dem Auktionsparkett. Die seit 1762 ehemals im Schloss Hainfeld aufbewahrten Porträts waren auf 180.000 bis 260.000 Euro taxiert worden, blieben jedoch wohl auch ob des Limits von 180.000 Euro unverkauft. Das Universalmuseum Joanneum (Graz) hatte damals zwar Interesse bekundet, jedoch nur ein deutlich darunter liegendes Budget verfügbar.

Nun drehten die Bildnisse um Alois Josef Graf von Purgstall im Kinsky eine zweite Runde. 130.000 Euro bot das Joanneum. Den Sieg trug dann aber ein Telefonbieter davon, der 140.000 Euro bewilligt hatte. Mit Aufgeld betrug der Kaufpreis 175.000 Euro. Es war der höchste, der am ersten Tag für Gemälde Alter Meister notiert wurde, gefolgt von 125.000 Euro, die ein heimischer Käufer für ein Prunkstillleben Jan Davidsz de Heems bewilligte. Mit einer Verkaufsquote von nur 35 Prozent konnte die Sparte aktuell nicht an vorangegangene Sitzungen anknüpfen.

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