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09.12.2015

18:11 Uhr

im Kinsky

Rekordnotierungen zum Saisonfinale

VonOlga Kronsteiner

Das Wiener Auktionshaus im Kinsky setzt die Schmuckstücke aus dem Hiltl-Nachlass zwar komplett ab. Das Ergebnis bleibt jedoch unter den Erwartungen. Sehr gut schneiden Objekte der Wiener Werkstätte und Malerei österreichischer Klassiker der Moderne ab. Der Jahresumsatz von 26 Millionen Euro bleibt gegenüber dem Vorjahr stabil.

Für Herbert von Reyl-Hanischs „Böser Traum“ (1931) bewilligte ein deutscher Käufer mit 136.000 Euro (inkl. Aufgeld) den neuen Künstlerauktionsrekord und setzte sich gegen den Kunsthandel durch. Quelle: im Kinsky

Malerei, die das Fürchten lehrt

Für Herbert von Reyl-Hanischs „Böser Traum“ (1931) bewilligte ein deutscher Käufer mit 136.000 Euro (inkl. Aufgeld) den neuen Künstlerauktionsrekord und setzte sich gegen den Kunsthandel durch. Quelle: im Kinsky

WienEine Zuschlagsquote von 100 Prozent wie jüngst im Auktionshaus im Kinsky ist auf Wiener Territorium eher ungewöhnlich. Doch so eine Verkaufsquote erzielte nicht die gesamte jüngst versteigerte Offerte, sondern nur die in einem separaten Katalog vereinten Geschmeide aus dem deutschen Hiltl-Nachlass (24. bis 26. November 2015).

Ausgerufen wurden die Schmuckstücke zu einem Siebentel des Wiederbeschaffungswertes im Einzelhandel von 2005, an den die erteilen Zuschläge jedoch letztlich nicht heranreichten. Demgemäß könnte man sich für das weißgoldene Aquamarin-Collier mit Diamanten 70.000 Euro erhofft haben. Der Hammer fiel jedoch bereits bei 28.000 Euro. Einzig eine Herrenarmbanduhr von Patek Philipp vermochte mit 25.000 Euro dieses Handelspotenzial zu erfüllen.

Inklusive Aufgeld verbuchten die Hiltl-Erben für den Schmuck 875.600 Euro (inkl. Aufgeld), gefolgt von 543.000 Euro, die für Antiquitäten eingespielt wurden. Den höchsten Wert dieser Sitzung bewilligte ein Bieter aus Deutschland für einen prachtvollen barocken Hallenschrank aus Franken mit 69.300 Euro. Von 4.000 auf 50.400 Euro kletterten hingegen die Gebote für ein zierliches, bunt emailliertes Paar Wiener Appliken, für die sich ein heimischer Käufer gegen den deutschen Handel durchsetzte.

Die 1906 datierte „Rauchgarnitur-Kassette“ nach einem Entwurf von Josef Hoffmann (Ausführung Wiener Werkstätte) fand für 113.400 Euro in den USA eine neue Heimat. Quelle: im Kinsky

Zeitloses Design

Die 1906 datierte „Rauchgarnitur-Kassette“ nach einem Entwurf von Josef Hoffmann (Ausführung Wiener Werkstätte) fand für 113.400 Euro in den USA eine neue Heimat. Quelle: im Kinsky

Hoffmanns Rauchgarnitur in den USA

Bei Kunsthandwerk aus der Zeit des Jugendstils war der Erfolg erwartungsgemäß Objekten der Wiener Werkstätte vorbehalten. Für 75.000 Euro sicherte sich ein Wiener Käufer den 1920 nach einem Entwurf Dagobert Peches gefertigten Luster, während die „Rauchgarnitur-Kassette“ von Josef Hoffmann aus dem Jahr 1906 für113.400 Euro in einer amerikanischen Sammlung eine neue Heimat fand.

Einen ruhmlosen Auftritt absolvierte hingegen ein Paar Profilköpfe „in der Art der Werkstätte Hagenauer“, die ungeachtet der typischen Firmenmarken nach der Schließung der Werkstätte 1987 entstanden sein dürften und somit keiner autorisierten Produktionsepoche entstammen. Die Taxe belief sich auf 7.000 bis14.000 Euro.

Odysseus bei Circe

Die traditionell stärkste Nachfrage verzeichnete das Angebot im Bereich bildender Kunst. Für Adriaen van Stalbemts in den 1620er-Jahren auf Kupfer gemalte „Allegorie der vier Elemente aus süddeutschem Privatbesitz setzte sich ein Wiener Sammler im unteren Taxenbereich durch (201.600 Euro inkl. Aufgeld). Angelika Kauffmanns „Odysseus bei Circe“ ergänzt für 378.000 Euro künftig eine amerikanische Privatsammlung mit musealem Hintergrund. Ebenfalls Richtung USA verabschiedete sich Isidor Kaufmanns Talmudschüler für 93.240 Euro.

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