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13.06.2013

21:36 Uhr

im Kinsky

Russische Familiengeschichte

VonOlga Kronsteiner

Zwölf Bildnisse einer alten Grafenfamilie und trendiger Silberschmuck aus dem Jugendstil sind die Highlights der Auktionswoche im Kinsky in Wien. Insgesamt kommen vom 18. bis 20. Juni rund 950 Positionen aus fünf Sparten zum Aufruf.

Alexander Molinari: Gräfin Uschakow. (Ausschnitt) im Kinsky, Wien

Alexander Molinari: Gräfin Uschakow. (Ausschnitt)

WienEnde vergangenen Jahres war das Auktionshaus im Kinsky von einer Adelsfamilie kontaktiert worden. Es gäbe da etwas, das man zu verkaufen erwäge: eine Sammlung von Porträtbildnissen, solche ihrer Ahnen, um genau zu sein. Dazu eine Mappe mit unzähligen verblichenen Fotos und andere Belege, die der längst verstorbene Vater akribisch für seine Nachkommen zusammen gesammelt hatte. Nach gründlicher Sichtung durch die hauseigenen Experten war klar, dass es sich um ein außergewöhnliches Dokument der rund 200-jährigen Geschichte des russischen Zweiges dieser Familie handelte.

Mitarbeit russischer Experten

Über ergänzende Recherchen in Kooperation mit russischen Experten konnten in den letzten Monaten auch die kunsthistorischen Zusammenhänge erarbeitet werde. Nun gelangen die zwölf Bildnisse der gräflichen Familie Uschakow im Zuge der kommenden Woche anberaumten Auktionstage vom 18. bis 20. Juni zur Versteigerung. Darunter etwa ein von Alexander Molinari geschaffenes Gemäldepaar, das General Pjotr Sergewitsch Uschakow und seine für ihre Schönheit bewunderten Gemahlin Maria Tarbeew zeigt (Taxe 10.000 bis 20.000). Das Porträt der Unternehmerin Anastasia Uschakow in all ihrer Eleganz, gemalt von Ivan Kusmitsch Makarov, ist auf denselben Schätzpreis angesetzt.

Porträt des russischen Adeligen Graf Uschakow, gemalt von Alexander Molinari. (Ausschnitt) im Kinsky, Wien

Porträt des russischen Adeligen Graf Uschakow, gemalt von Alexander Molinari. (Ausschnitt)

Österreichischer Adelsbesitz

Gemäß den Schätzwerten sollen die zwölf Bildnisse insgesamt zwischen 51.500 und 103.000 Euro einspielen. Aufgerufen werden sie einzeln in der Sektion „Bilder des 19. Jahrhunderts“. In der Sparte Gemälde Alter Meister wird ein ebenfalls bis vor kurzem in österreichischem Adelsbesitz beheimatetes Pendant für 25.000 bis 50.000 und  35.000 bis 70.000 Euro angeboten. Geschaffen wurde es wohl von Nicola van Houbraken. Es handelt sich um eine Allegorie des Winters (von einem stattlichen, wiewohl reiferen Mann personifiziert) einerseits und eine etwas höher bewertete, vor Überfluss strotzende Allegorie des Sommers andererseits.

Aus den 1640er-Jahren datiert das Stillleben mit Blumenkorb und Tazza von Jan Brueghel dem Jüngeren. (Ausschnitt) im Kinsky, Wien

Aus den 1640er-Jahren datiert das Stillleben mit Blumenkorb und Tazza von Jan Brueghel dem Jüngeren. (Ausschnitt)

Breughels Stillleben

Mit kultur- bzw. kostümhistorischer Relevanz können hingegen zwei mit je 8.000 bis 15.000 Euro vergleichsweise günstig taxierte und um 1560-80 entstandene Gemäldepaare aufwarten. Sie zeigen Damen in unterschiedlichen Trachten. Vermutlich dürften die von einem deutschen Meister bzw. einem Nachfolger Lucas Cranach des Jüngeren gemalten Hochformate aus einem größeren Zyklus von Trachtendarstellungen stammen, wie sie für adelige oder bürgerliche Kunstkammern konzipiert wurden. Heißester Anwärter auf ein Top-Resultat ist im Übrigen Jan Brueghel der Jüngere mit einem in den 1640er-Jahren gemalten Stillleben (mit Blumenkorb und Tazza). Der Schätzpreis liegt bei 70.000 bis 140.000 Euro.

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