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23.01.2014

15:55 Uhr

Impressionismus und Moderne

So viel Einlieferungen wie selten zuvor

VonMatthias Thibaut

Lange nicht mehr konnten die Londoner Auktionen mit so umfangreichem und vielseitigem Material aufwarten. Aus der Schweiz tritt die exklusive Sammlung Giedion-Welcker an. Nachschub liefert auch der Nachlass des Kunsthändlers Jan Krugier und eine gerettete portugiesische Bank füttert den Markt mit 85 Arbeiten von Joan Miró.

Alberto Giacometts Bronze "Homme traversant un place par un matin de soleil" von 1950, Bronze, Auflage 6. Sothebyís London 2014

Alberto Giacometts Bronze "Homme traversant un place par un matin de soleil" von 1950, Bronze, Auflage 6.

LondonDurch die Londoner Auktionssäle geht im Februar ein Kunstvolumen, wie man es in Europa lange nicht sah: Mögen die teuersten Bilder bei der Nachkriegskunst in der zweiten Februarwoche antreten – unter anderem ein Francis Bacon für um die 30 Millionen Pfund – die Moderne-Auktionen machen durch die Überfülle eines vielseitigen Angebots wett, was an Top-Lots zu Höchstpreisen fehlen mag.

Impressionistische Boulevard-Bilder auf dem Rückzug

Sotheby’s schickt als wichtigstes Werk einen lupenreinen Impressionisten ins Rennen, auch wenn Camille Pissarros „Le Boulevard Montmartre, matinée de printemps“ erst 1897 gemalt wurde. Das Gemälde gehört zu einer verschwindenden Zahl von Stadt- und Boulevardbildern des Impressionismus, die man als Privatsammler noch besitzen kann. Interessant ist die Provenienz. Das Werk wurde aus der deutsch-jüdischen Sammlung Max Silberberg zwangsverkauft, nach mehreren Besitzerwechseln von den amerikanischen Sammlern John & Francis L.Loeb dem Israel Museum in Jerusalem geschenkt und 2000 an Gerta Silbermann restituiert. Es blieb dem Museum bisher als Leihgabe. Nun soll es mit seiner durchaus realistischen Schätzung von 7 bis 10 Millionen Pfund einen Rekordpreis für Pissarro einspielen.

Die höchste Schätzung der Woche hat Christie’s für einen aus einer deutschen Privatsammlung eingelieferten Picasso mit Jacqueline als Odaliske in orientalischer Kostümierung. Das Werk, 1955 gemalt, 1958 bei dem Schweizer Kunsthändler Beyeler von Münchner Sammlern gekauft und dann weiter vererbt, soll in der Abendauktion am 4. Februar 2014 geschätzte 15 bis 20 Millionen Pfund bringen.

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