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29.09.2015

09:27 Uhr

Ingrid Noll wird 80

Bei ihr morden nur die Frauen

Sie ist Deutschlands erfolgreichste Krimiautorin. In ihren Romanen töten Frauen auf subtile und kuriose Weise – einige wurden auch verfilmt. Zu ihrem 80. Geburtstag am heutigen Dienstag ist ihr neuer Roman erschienen.

Ingrid Noll sitzt in ihrem Haus auf einem Sofa vor mehreren ihrer Bücher. Die Schriftstellerin wird 80 Jahre alt. dpa

Ingrid Noll

Ingrid Noll sitzt in ihrem Haus auf einem Sofa vor mehreren ihrer Bücher. Die Schriftstellerin wird 80 Jahre alt.

Weinheim„Lebt ihr Mann noch?“ wird Ingrid Noll auf Lesungen von ihren Fans oft gefragt. „Ja, er ist mittlerweile 84 Jahre und hätte als Arzt bessere Möglichkeiten gehabt, mich still zu beseitigen“, antwortet die Schriftstellerin dann. Am Dienstag (29. September) wird Ingrid Noll selbst 80 Jahre alt.

Der Grund für die „indiskreten“ Fragen ist einfach: Denn in den mittlerweile 13 Romanen von Ingrid Noll, darunter so bekannte Titel wie „Der Hahn ist tot“ und „Die Apothekerin“, töten und morden ausschließlich Frauen auf subtile, kuriose und unvorhersehbare Weise ihre Opfer. „Nur in meinen Kurzgeschichten haben Männer üben dürfen, Frauen umzubringen“, sagt Ingrid Noll lächelnd in ihrem kleinen Arbeitszimmer. Hier in Weinheim, zwischen Darmstadt und Heidelberg gelegen, schreibt sie ihre Bücher mit dem Computer an freien Vormittagen.

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Die liebenswürdige ältere Dame, dreifache Mutter, widmet sich im Privatleben ausschließlich ihrer Familie. Im „Hauptberuf“ ist sie Oma und betreut ihre vier Enkel. Wilde Spiele im Wohnzimmer haben auf dem Ledersofa ihre Spuren hinterlassen. Auch Hausaufgaben oder Französisch-Nachhilfe stehen auf dem Enkelprogramm.

Doch morgens beginnt Ingrid Noll beim Frühstück mit einer Tätigkeit, die ihre Fantasie anregt und ein Grund für ihren Erfolg ist. Sie liest die örtliche Tageszeitung und vertieft sich intensiv in den Lokalteil. „Ich lese alles Mögliche und schneide mir auch interessante Gesichter aus. Langsam entstehen in meinem Inneren Menschen und Charaktere, die dann mit der Zeit mit einer Geschichte verschmelzen“, sagt Ingrid Noll.

Besonders durch ihre frühere Tätigkeiten in der Arztpraxis ihres Mannes oder im Elternbeirat „kenne ich sehr viele Menschen“. Deshalb ist nicht auszuschließen, dass Patienten, Lehrer oder Mütter als Vorlage für ihre Romanfiguren standen. In der Ich-Form entwirft sie mit Empathie ihre Protagonisten und schlüpft beim Schreiben in deren Rolle.

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