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06.12.2011

09:56 Uhr

Japanische Malerei

Ein Pferd macht Karriere

In Paris kamen auf einen Schlag 351 Werke von Leonard Tsuguharu Foujita unter den Hammer. Versteigerer war Auktionator Cornette de Saint Cyr. Alle Werke des japanisch-französischen Malers fanden einen neuen Besitzer.

Leonard Tsuguharu Foujita, "Le cheval du fils de Napoléon III., Hermes", 1951. (Ausschnitt) Foujita-VG Bild Kunst

Leonard Tsuguharu Foujita, "Le cheval du fils de Napoléon III., Hermes", 1951. (Ausschnitt)

ParisEine monografische Auktion ist immer ein Wagnis, weil sie den Markt auf einen Schlag mit einer großen Zahl von Werken eines einzigen Künstlers konfrontiert. Als im Hôtel Drouot am 21. November 351 Werke des japanisch-französischen Malers Leonard Tsuguharu Foujita (1886-1968) zum Aufruf kamen, ging jedoch alles gut. Auktionator Arnaud Cornette de Saint Cyr konnte sämtliche Lose zuschlagen; bei der englischsprachigen Konkurrenz spricht man von einer „White Gloves“-Auktion. Die Versteigerung wurde für das Haus ein totaler Erfolg. Das Gesamtergebnis belief sich auf 3.6 Millionen Euro.

Die Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphiken stammen aus dem Nachlass der letzten Frau von Foujita, Kimiyo Horiuchi. Sie lernte den Maler 1936 kennen und lebte mit ihm bis zu seinem Tod im Jahr 1968 zusammen. 1960 erwarb das Paar ein Haus, das inzwischen als Foujita-Museum dient. Hier waren die Werke aufbewahrt worden.

In Asien werden höhere Preise erzielt

Zum höchst dotieren Los wurde eines der sozialkritischen Gemälde Foujitas, „Flohmarkt, Sonntag“ von 1952. Es fand für 206.250 Euro einen Interessenten. Ein für die Porträttechnik Foujitas typisches Aquarell eines jungen Mädchens ging für 97.500 Euro weg. Die Darstellung des Pferdes, das von der Lederfirma Hermès für den Sohn des Kaisers Napoléon III. hergestellt worden war, ließ sich für 68.750 Euro absetzen.

Der Erfolg dieser ohne jegliches Marketing organisierten Auktion ist jedoch relativ. Wenn man zum Vergleich die bei Christie's in Hongkong erzielten 652.236 Dollar für das Gemälde „Clochard“ betrachtet, erscheinen die Pariser Zuschläge bescheiden.

Von

Olga Grimm-Weissert

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