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17.06.2012

11:57 Uhr

Jauch, Will und Co.

ARD-Gremien kritisieren ermüdenden Dauertalk

Für die ARD-Talkshows hagelt es Kritik. Der Programmbeirat moniert, dass in den Talks ständig dieselben Gesichter zu sehen sind und sich die Themen wiederholen. Massive Schelte muss auch Frank Plasberg einstecken.

Frank Plasberg, Sandra Maischberger, Günther Jauch, Anne Will und Reinhold Beckmann. Nicht nur viele Zuschauer sind des Dauertalks überdrüssig, auch in der ARD formiert sich der Widerstand. dpa

Frank Plasberg, Sandra Maischberger, Günther Jauch, Anne Will und Reinhold Beckmann. Nicht nur viele Zuschauer sind des Dauertalks überdrüssig, auch in der ARD formiert sich der Widerstand.

BerlinWas haben Hans-Ulrich Jörges, Heiner Geißler und Ursula von der Leyen gemeinsam? Richtig, sie tauchen ständig in der ARD als Diskussionsteilnehmer auf. Freilich nicht immer in der gleichen Show, sondern in verschiedenen Runden. „In den Sendungen tauchten zunehmend wieder die altbekannten Talkshowgäste auf, die bereits seit mehreren Jahren in den Runden sitzen“, hieß es nun in einem internen Papier des ARD-Programmbeirats - so zitiert es der „Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe.

Der Programmbeirat fordert darin einen Abbau der Gesprächsrunden, die das Programm von Sonntag bis Donnerstag prägen. In dem Dokument wird den Talks „Themendoppelungen und -verschleiß“ und „Gästedoppelungen- und verschleiß“ vorgeworfen. 38 Personen seien im Zeitraum von September bis April mindestens dreimal zu Gast in den ARD-Talks gewesen. 14 Gäste mindestens viermal. Ursula von der Leyen, Karl Lauterbach, Hans-Ulrich Jörges, Sahra Wagenknecht und Gertrud Höhler waren fünfmal dabei, Heiner Geißler sogar sechsmal.

Rund 40 Prozent der Talkgäste seien Politiker und Journalisten, nur zwei Prozent sind jünger als 30, gerade mal zehn Prozent jünger als 40. Der Beirat forderte die Redaktionen auf, „aktiv nach neuen Gesichtern zu suchen, nach Querdenkern und zum Beispiel Gästen unter 40 Jahren“.

Auch die Qualität der Talker nimmt der Programmbeirat, der aus Vertretern der verschiedenen Landesrundfunkanstalten besteht und unter anderem den Programmdirektor Volker Herres berät, ins Visier. Kein gutes Haar lässt das Gremium an Neuzugang Günther Jauch, der am 11. September 2011 den Sonntagssendeplatz um 21.45 Uhr übernahm. Der Moderator betreibe „Stimmungsmache“, seine Einspieler mit Passantenbefragungen „gaukeln eine vermeintliche Realität vor.“ In seinen Fragen nehme er meistens schon die „Antworten vorweg“.

Bei Anne Will gebe es immer wieder Sendungen mit wenig Erkenntnisgewinn, hieß es. Sandra Maischberger sollte bei der Auswahl skurriler Gäste darauf achten, keine öffentlich-rechtlichen Grenzen zu überschreiten. „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg sei zu „soft“ geworden.

In den vergangenen Wochen hatte bereits der WDR-Rundfunkrat öffentlich über die Talks geklagt. Zudem wurden Papiere aus dem Programmausschuss des NDR-Rundfunkrats bekannt, in denen er seine Kritik deutlich gemacht hatte. Beide forderten ebenfalls eine Reduzierung der Sendungen sowie mehr Abwechslung in den Themen und bei den Gästen.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

17.06.2012, 12:28 Uhr

gruppenbild mit multimillionären. der deutche michel muss zahlen, ob er will oder nicht.

Gastredner

17.06.2012, 12:34 Uhr

Es werden seit Jahren nur die linken Typen eingladen, kein Wunder, dass das Volk durch die linke Mainstreampresse immer weniger Ahnung von wirtschaftlichen Zusammmenhängen hat und sich selbt in den schleichenden Kommunismus wählt und somit in die Vollverarmung.

Tabu

17.06.2012, 14:15 Uhr

Beckmann,dem man in seiner Monotonie kaum zuhören
mag,geht erst,wenn man ihn rausträgt..
Der klebt regelrecht an seinem Sitz..
Keiner war mir je so zuwider.
Jauch hat Dank seiner Unbedarftheit,auch schon mal
ein paar Lacher auf seiner Seite.
Plaßberg läßt auch Zuhörermeinung verlesen,welches
ein Plus der Sendung ist..und Maischberger und Will,
stellen die Frauenquote,die aber gemessen an
Beckmanns schläfriger Selbstdarstellungsneurose,noch
lebhaft zu nennen ist.
Seit sich einige Politiker in den Talks als
Hanswurst geoutet haben,kam der Ruf aus deren Reihen,
sich dem nicht mehr auszusetzen..
Ungefähr vergleichbar mit der Bundesliga seit Loddar,
nicht mehr ungefiltert Interviews zu geben..
Es wird also eh bald weniger getalkt werden..Zuviele
Flachpfeifen verderben das Ansehen..Schade,war immer
urkomisch.

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