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26.02.2012

14:15 Uhr

Johnny Cash zum 80.

Gedenken an den „Man in Black“

Als Mann in Schwarz ging Johnny Cash in die Musikgeschichte ein. Die Texte des Country-Stars waren oftmals so düster wie sein Outfit. Als Rebell wurde Cash schließlich zur amerikanischen Ikone. Ein Rückblick.

Der „Man in Black“: Johnny Cash wäre am Sonntag 80 Jahre alt geworden. dapd

Der „Man in Black“: Johnny Cash wäre am Sonntag 80 Jahre alt geworden.

New YorkJohnny Cash hatte starke Schmerzen, konnte kaum mehr sehen und litt an Atemproblemen. Trotzdem schleppte er sich 2003 immer wieder ins Studio. Denn er wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb: Die „American Recordings“ sollten sein Vermächtnis werden. Auch wenn er darauf matt und brüchig klingt: Nirgends fasziniert die Intensität seiner Stimme mehr als auf diesen Aufnahmen. Am Sonntag (26. Februar) wäre der „Man in Black“ 80 Jahre alt geworden.

„Er hatte einen unbeugsamen Willen“, sagte sein Sohn John Carter Cash, als 2010 das letzte Album dieser Aufnahmen „American VI: Ain't No Grave“ posthum erschien. Auch „American V: A Hundred Highways“ (2006) war bereits nach dessen Tod herausgekommen. Johnny Cash wollte auch noch weiter machen, als seine geliebte zweite Frau June Carter Cash an den Folgen einer Herzklappenoperation starb. Die unvergessliche Liebesgeschichte zwischen den beiden erzählt der mehrfach preisgekrönte Film „Walk The Line“ (2005) mit Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon in den Hauptrollen.

Zerrissenheit zwischen Gut und Böse, Licht und Schatten, Schuld und Sühne - das sind die großen Themen, die Johnny Cash in seinen Balladen besingt. Seine zornigen, rebellischen Texte wurden zu Hymnen der hart arbeitenden, einfachen Menschen. Er besang Fließbandarbeiter und Soldaten, Kriminelle und Revolverhelden, sang Hits wie „Daddy Sang Bass“ oder „Sunday Morning Coming Down“. Seine beiden inzwischen neu editierten Alben von Live-Auftritten in Gefängnissen - „At Folsom Prison“ (1968) und „At San Quentin“ (1969) - sind bis heute Kult. Gerne trat er in schwarzem Cowboyhemd mit farblich passender Hose auf. „Ich trage Schwarz für die Armen und Unterdrückten, die im Elendsviertel der Stadt leben“, erklärt er im Song „Man in Black“.

Einer der legendärsten Songs von Johnny Cash entstand übrigens in Deutschland: „Folsom Prison“. Cash war Funker auf einem Abhörposten der US-Air Force im oberbayerischen Landsberg am Lech, als er Anfang der 1950er Jahre die bittere Geschichte eines zu lebenslanger Haft verurteilten Gefangenen niederschrieb. „But I shot a man in Reno, just to watch him die“ - „Aber ich erschoss einen Mann in Reno, nur um zu sehen, wie er stirbt.“ Das ferne Zugsignal erinnert ihn immer daran, dass er nie wieder frei sein kann.

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