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17.07.2012

08:50 Uhr

Jon Lord mit 71 gestorben

Lord of the Keyboard

Mit seiner Musik wandelte er zwischen Klassik und Rock, Millionen Fans liebten ihn: Jon Lord prägte mit seiner Hammond-Orgel den Sound von Deep Purple. Nun ist er mit 71 Jahren gestorben.

Deep Purple-Gründungsmitglied Jon Lord ist gestorben. dpa

Deep Purple-Gründungsmitglied Jon Lord ist gestorben.

London/Berlin
Viele Bands haben herausragende Keyboarder, aber nur Deep Purple hatten einen Mann an den Tasten, der mit experimenteller Lust immer wieder versuchte, die streng getrennten Welten der Klassik und der Rockmusik zusammenzubringen: Jon Lord. So entstanden Rockklassiker von „Speed King“ bis „Smoke On The Water“ und sinfonische Werke wie das 1969 erstmals aufgeführte „Concerto for Group and Orchestra“. Am Montag starb Lord nach einem langen Krebsleiden im Alter von 71 Jahren.

Lord verließ Deep Purple 2002 - in aller Freundschaft, wie es hieß. Zwei Jahre später veröffentlichte er das Album „Beyond The Notes“ und sagte zum Abschied von der Band, die er 1968 mit gegründet hatte: „Ich machte mir Sorgen, weil ich zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt war. Und dann gab ich ihnen (Deep Purple) nicht mehr 100 Prozent. Ich wollte nicht als der erinnert werden, der die Band mit gegründet und ihr am Ende nicht mehr 100 Prozent gegeben hat. Im Herzen wusste ich, dass ich gehen und dies hier beginnen musste. Es war an der Zeit, es war der absolut richtige Zeitpunkt.“

Auf jenem Album verarbeitete er seine Geschichte mit Deep Purple in dem Stück „De Profundis“ „Der Song sagt alles, was ich zum Verlassen der Band zu sagen habe. Die Einführung mit diesen kleinen Stückchen aus Deep-Purple-Songs. Ich komme und gehe, dann kommt der Hauptteil, das ist die Freude an der Freiheit. Und dann dieses kleine traurige Ende mit einem großen Knall! - Ich habe die Tür zugemacht und 'Auf Wiedersehen' gesagt.“

Von 1968 bis 1970 war Lords Orgel das dominierende Instrument bei Deep Purple. Der frühe Hit „Hush“ hatte ein Orgel-, aber kein Gitarrensolo. Mit „Deep Purple in Rock“ setzte sich Ritchie Blackmores Gitarre als Lead-Instrument durch. Bei „Speed King“, „Child In Time“, „Highway Star“ und vielen anderen Songs bis zur ersten Auflösung der Band 1976 kultivierten Blackmore und Lord ein Wechselspiel zwischen ihren Instrumenten, das damals einzigartig war.

Von Anfang an versuchte Lord, seine klassischen Ambitionen und seinen Status als Rockmusiker - in einer der wildesten Bands der damaligen Zeit - unter einen Hut zu bringen. Die Band folgte ihm bei Kompositionen wie „April“ und vor allem dem „Concerto“, das 1999 zum 30-jährigen Jubiläum noch einmal auf einer internationalen Tournee mit Orchester aufgeführt wurde.

Kommentare (1)

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Eisbaer

18.07.2012, 22:57 Uhr

Gute Reise Jon

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