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28.05.2017

23:26 Uhr

Jubel in Cannes

Diane Krüger als beste Schauspielerin geehrt

Sichtlich gerührt steht Diane Kruger auf der Bühne. Beim Filmfest in Südfrankreich gewinnt sie die Auszeichnung als beste Schauspielerin. Und die Goldene Palme geht überraschend an eine schwedische Satire.

Diane Kruger  gewann ind em Atkin-Drama "Aus dem Nichts" beim Filmfestival von Cannes den Preis als beste Schauspielerin. dpa

Filmfestspiele in Cannes

Diane Kruger gewann ind em Atkin-Drama "Aus dem Nichts" beim Filmfestival von Cannes den Preis als beste Schauspielerin.

Cannes Riesen-Erfolg für den deutschen Film in Cannes: Diane Kruger hat am Sonntagabend beim Festival in Südfrankreich den Preis als beste Schauspielerin gewonnen. Die 40-Jährige wurde für ihre überragende Leistung in Fatih Akins NSU-Drama „Aus dem Nichts“ ausgezeichnet. Sichtlich gerührt nahm die in Niedersachsen geborene Kruger die Trophäe entgegen. Es ist der erste Preis für eine deutsche Hauptdarstellerin seit 1986. Damals gewann Barbara Sukowa für Margarethe von Trottas „Rosa Luxemburg“.

„Ich bin unheimlich stolz und freue mich so, dass ich den Preis für meinen ersten deutschen Film bekommen habe“, sagte die Hollywood-Schauspielerin. Es sei ihr Traum gewesen, mit Fatih Akin zu drehen, der mit seinen Werken schon ihre Jugend geprägt habe, ergänzte Kruger. Sie habe sich sehr gefreut, dass er diese Rolle für eine Frau mit so viel Emotion und Kraft geschrieben habe. „Er ist mein Bruder.“

Die Goldene Palme für den besten Film ging überraschend an die bissige Gesellschaftssatire „The Square“ des Schweden Ruben Östlund. Im Mittelpunkt steht ein Museumskurator, der sich selbst als weltoffen gibt - dann aber zunehmend als bigott und machohaft entlarvt wird. Das Werk wird so zu einer spannenden Abhandlung über Vertrauen, gesellschaftliche Werte und Doppelmoral. Es ist die erste Goldene Palme für Schweden.

Überhaupt wurden für Cannes ungewöhnlich viele Filme mit politischem Inhalt ausgezeichnet: Der Große Preis der Jury - die zweitwichtigste Auszeichnung der Filmfestspiele - ging an das berührende Werk „120 battements par minute“. Der französische Regisseur Robin Campillo erzählt darin von Aids-Aktivisten zu Beginn der 1990er Jahre, die unter Präsident François Mitterrand um Aufklärung und lebensnotwendige Medikamente kämpfen - ein Plädoyer für Akzeptanz und gleichberechtigtes Miteinander.

Außerdem wurden zwei weitere Frauen ausgezeichnet. Für die beste Regie vergab die Jury unter Vorsitz des Spaniers Pedro Almodóvar den Preis an die US-Amerikanerin Sofia Coppola für ihr Melodrama „Die Verführten“ zur Zeit des US-Bürgerkriegs. Für den Thriller „You Were Never Really Here“ gab es gleich zwei Trophäen: Regisseurin Lynne Ramsay wurde für das beste Drehbuch geehrt, ihr Hauptdarsteller Joaquin Phoenix als bester Schauspieler.

Es war ein Festival mit starker deutschsprachiger Präsenz: Im Wettbewerb hatten Fatih Akin und der Österreicher Michael Haneke um die Preise konkurriert, und in einer Nebenreihe zeigte Valeska Grisebach ihr Werk „Western“. Darüber hinaus gehörte die Regisseurin Maren Ade („Toni Erdmann“) zur internationalen Jury.

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