Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.08.2013

16:46 Uhr

Jugendschutz

„Tatort“ erstmals nach 22 Uhr

Es ist ein TV-Novum: Eine kommende Folge der ARD-Krimireihe „Tatort“ darf erst nach 22 Uhr ausgestrahlt werden. Jugendschützer meldeten Bedenken an – weil eine Entführung „nahegehend und intensiv inszeniert“ wird.

Die Schauspieler Klaus J. Behrendt (l.) und Dietmar Bär: Die Kölner „Tatort“-Kommissare müssen einmalig ins Spätprogramm ausweichen. dpa

Die Schauspieler Klaus J. Behrendt (l.) und Dietmar Bär: Die Kölner „Tatort“-Kommissare müssen einmalig ins Spätprogramm ausweichen.

KölnZum ersten Mal in 40 Jahren wird ein „Tatort“-Krimi im ARD-Programm aus Jugendschutzgründen nicht zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr gezeigt. Eine Sprecherin des Westdeutschen Rundfunks (WDR) bestätigte am Donnerstag einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach die Kölner „Tatort“-Folge mit dem Titel „Franziska“ erst ab 22 Uhr ausgestrahlt wird.

Zwar wurde bereits 1998 ein Berliner „Tatort“ aus Qualitätsmängeln im Spätprogramm am Montag um 23 Uhr ausgestrahlt, eine Verschiebung des „Tatorts“ aus Jugendschutzgründen sei aber neu, sagte eine Sprecherin der ARD am Donnerstag.

In dem neuen „Tatort“ wird Franziska (Tessa Mittelstaedt), Assistentin der Kölner Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär), als Geisel genommen. „Es wird ein Bedrohungsszenario ... mit großer Spannung aufgebaut, das äußerst nahegehend und intensiv inszeniert ist“, sagte die WDR-Sprecherin. Redaktion und der Jugendschutzbeauftragte des Senders haben deshalb entschieden, den Film erst später zu zeigen.

Premiere feiert der Film auf dem Kölner Film- und Fernsehfestival „Cologne Conference“ Ende September. Für Fernsehzuschauer wird der Film voraussichtlich im Dezember in der ARD zu sehen sein. Ursprünglich war eine Ausstrahlung im Juni geplant.

Zuletzt wurde 2011 ein anderer ARD-Krimi aus Jugendschutzgründen verschoben: Gleich die zweite Folge des Münchner „Polizeiruf 110“ mit Matthias Brandt in der Hauptrolle lief wegen eines dargestellten Selbstmordattentats an einem Freitagabend. Durch den ungewöhnlichen Sendeplatz blieb der Zuschauerzuspruch recht mau.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.08.2013, 20:04 Uhr

Diese ewig "dekadent-misslungenen Tatorte". Ich schau mir den Müll nicht an und will das auch nicht "zwangsbezahlen" müssen. Entweder zum Verblöden oder um Scheindebatten in Gang zu setzen (starke arrogante Frauen, verblödete dicke Männer, Migranten, Depression, Verzweiflung) ... Psycho-Theater ist das ! Das ist alles - nur kein Krimie

Wolfsfreund

23.08.2013, 18:56 Uhr

Die "Tatorte" sind gewöhnlich die allerletzten Langweiler zum Einschlafen. Wenn schon Krimis, dann englische, mit hintergründigem Witz, viel Intelligenz, oft sehr spitzer Drehbuchfeder und noch mehr Spannung, mit einem Wort: Kurzweilig! (Z.B. "Lewis", "Inspektor Barnaby" (nach den Romanen von Caroline Graham) oder "Inspector Lynley" nach den Romanen von Elisabeth George.)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×