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09.06.2017

11:54 Uhr

Katy Perry

Neues Album, neuer Sound

Popstar Katy Perry prägt mit vielen Hits den Soundtrack für dieses Jahrzehnt. Jetzt meldet sie sich zurück - mit neuem Album und cleverem Sound. Nicht nur die Frisur scheint sich bei der Sängerin verändert zu haben.

Bei Twitter hat Katy Perry fast 100 Millionen Anhänger, mehr als Justin Bieber und Barack Obama. AFP

Powerfrau im Musikbusiness

Bei Twitter hat Katy Perry fast 100 Millionen Anhänger, mehr als Justin Bieber und Barack Obama.

BerlinSie ist wieder da. Am heutigen erscheint das neue Album „Witness“ von US-Popsängerin Katy Perry (32). Im Video zu „Bon Appétit“ räkelt sie sich in einem Kochtopf. Beim Interview in Berlin ist sie auch nachdenklich. Der Terroranschlag beim Konzert von Ariana Grande in Manchester habe sie „am Boden zerstört“, sagt Perry, die mit „Ari“ befreundet ist. Ein Gespräch über die USA im Trump-Zeitalter, ihr Leben mit 99 Millionen Followern bei Twitter und die Frage, ob sie ein Kontrollfreak ist.

Sie haben im US-Wahlkampf vergangenes Jahr Hillary Clinton unterstützt. Wie gehen Sie mit dem Amerika von heute um?
Auf unterschiedliche Art und Weise. Indem ich nicht alle Antworten kenne. Diese Niederlage hat eine Illusion, eine Vorstellung, eine Blase zum Platzen gebracht, nämlich, dass ich viel weiß. Und das tue ich nicht. Es ist eine gute Zeit, dass ich wieder etwas lerne. Also: viel Lesen, viel Meditieren und viel Mitgefühl mit den Menschen. Ich glaube, die Leute sind wirklich traurig.

Tut es immer noch weh, dass Hillary Clinton verloren hat?
Nein, es tut nicht weh. Es hat eine kleine Zeit lang weh getan. Ich denke, es ist etwas passiert, das wichtiger ist als sie. Sie hat einen schlafenden Riesen geweckt. Das ist größer, als eine Person je sein kann. Ich bin sehr gespannt, was daraus wird.

Überlegen Sie manchmal, eine Pause von den sozialen Medien einzulegen?
Ja, natürlich. Das ist echt wichtig und super gesund. Wahrscheinlich wird bei mir das Pendel in Zukunft in die andere Richtung gehen (...) Wir sind auf dem wirklichen Gipfel des ganzen Lärms. Irgendwann werde ich versuchen, da rauszukommen, an einen wirklich ruhigen Ort. Aber noch nicht, weil ich das Album rausbringen will.

Haben Sie eine Regel, das Handy mal auszulassen?
Diese ganzen Sachen machen sehr süchtig. Können Sie sich die Art von Bewunderung vorstellen, die jemand wie ich bekommen kann, indem er nur einen Knopf drückt - und gleichzeitig auch den Hass? Da gibt es nicht nur Blumen, Glück, Regenbogen und Einhörner. Es gibt viel Positives und Negatives. Ich würde nicht lügen und sagen, dass ich es gut kann, es macht mich immer noch süchtig - aber ich will mein Handy jeden Sonntag ausmachen. Das ist eine Art Ziel von mir in Zukunft. Ein Tag, an dem ich es ausmache und einfach pausiere.

Sind Sie ein Kontrollfreak?
Das muss ich lernen: die Zügel loszulassen. Also: Ja. In der Vergangenheit war ich eine eher kontrollierte, detailorientierte Person. Aber ich habe angefangen, zu begreifen, dass es vieles gibt, das ich nicht unter Kontrolle habe.

Katy Perry wurde 1984 als Pastorentochter im kalifornischen Santa Barbara geboren. Sie brachte 2001 eine Gospelplatte heraus, bevor sie das Genre wechselte. Fast zehn Jahre ist es nun her, dass Katy Perry „I Kissed a Girl“ gesungen hat. Das gab ein bisschen Aufregung, wow, ein Frauenkuss in der Popmusik. Musikalisch war es ihr Durchbruch. Es dürfte seitdem kaum einen Club oder ein Fitnessstudio auf dieser Welt geben, die noch nicht von Perrys stadiontauglichen Hits beschallt wurden. Jetzt gibt es mit ihrem neuen Album „Witness“ wieder eine Reihe von Kandidaten für sommerliche Ohrwürmer, darunter „Chained To The Rhythm“.

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