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16.07.2013

13:26 Uhr

Keine feste Truppe mehr

Wuppertaler Opern-Ensemble muss um Jobs bangen

In Wuppertal steht das Opernensemble vor dem Aus. Der neue Intendant will offenbar nicht mehr auf eine feste Truppe setzen. Für die krisengeschüttelte Wuppertaler Theater- und Opernszene wäre das aber ein Novum.

Die Oper in Wuppertal. Der neue Intendant will offenbar nicht mehr mit einem festen Ensemble arbeiten. dpa

Die Oper in Wuppertal. Der neue Intendant will offenbar nicht mehr mit einem festen Ensemble arbeiten.

WuppertalDer Fortbestand des Ensembles des Wuppertaler Opernhauses steht auf der Kippe. Der künftige Intendant Toshiyuki Kamioka beabsichtige, seinen Spielplan nicht mehr mit einem festen Ensemble zu bestreiten, sagte der kaufmännische Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen, Enno Scharwächter, am Dienstag auf Anfrage. Kamioka habe die Verträge der etwa zwölf Solisten sowie des gesamten künstlerischen Personals hinter der Bühne vom Dramaturgen bis zur Theaterpädagogik nicht verlängert.

Solche Nichtverlängerungen sind im Theaterbereich bei einem Intendantenwechsel zwar üblich. „Es wäre für Wuppertal aber ein Novum, wenn man nicht mehr mit einem Ensemble arbeitet“, sagte Schaarwächter.

Schauspiel und Oper der verschuldeten Stadt stehen unter massivem Spardruck. Kamioka, langjähriger Chefdirigent der Wuppertaler Sinfoniker, wird ab der Spielzeit 2014/15 Generalmusikdirektor und Opernintendant in Personalunion. Anfang Juli wurde bereits das sanierungsbedürftige Schauspielhaus endgültig geschlossen. Das verkleinerte Ensemble spielt künftig in einer ehemaligen Lagerhalle.

Bis zum Spätherbst werde Kamioka seine künstlerische Programmatik für die Oper festlegen und finanziell und organisatorisch klären müssen, ob er auf ein festes Ensemble verzichten könne, sagte Schaarwächter. Es werde in Absprache mit der künftigen Schauspielintendantin Susanne Abbrederis aber auch künftig feste Dramaturgen, Inspizienten und Theaterpädagogen geben. Diese bekämen Jahresverträge, die sich stillschweigend verlängerten.

Wie ein Intendant den Spielplan bestreite, sei „ein Stück künstlerische Freiheit der deutschen Stadttheater“, betonte Schaarwächter. „Einen Gezeitenwechsel auch beim Personal zu machen, ist sein gutes Recht.“

Von

dpa

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