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28.11.2014

23:37 Uhr

Ketterer

Kerngeschäft mit moderner Kunst

VonSabine Spindler

Seit 60 Jahren ist Ketterer Kunst auf dem Auktionsmarkt eine der führenden Adressen für die Moderne. Die kommenden Auktionen zum 60-jährigen Jubiläum krönen 30 Werke aus der marktfrischen Sammlung Laaff. Hohe Erwartungen heften sich auch an ein abstraktes Bild, das mit den Füßen gemalt wurde.

Mit den Füßen gemalt: Kazuo Shiraga: "Chijikusai Gotenrai", 1961, Öl auf Leinwand, 130 x 162 cm. Taxe. 400.000 bis 600.000 Euro. Quelle: Ketterer Kunst (Ausschnitt)

Mit den Füßen gemalt: Kazuo Shiraga: "Chijikusai Gotenrai", 1961, Öl auf Leinwand, 130 x 162 cm. Taxe. 400.000 bis 600.000 Euro. Quelle: Ketterer Kunst (Ausschnitt)

MünchenMit hohen Zuschlägen ist Robert Ketterer, Geschäftsführer von Ketterer Kunst, durchaus vertraut. Arbeiten von Max Pechstein oder Wassily Kandinsky haben erst kürzlich im Münchner Auktionshaus die siebenstellige Grenze passiert. In der Auktion „Klassische Moderne“ am 5. Dezember 2014 ist mit Otto Muellers „Liebespaar“ von ca. 1920 wieder ein Millionenerlös anvisiert. In durchaus freizügiger, aber nicht herausfordernder Pose sitzt Muellers damalige Lebensgefährtin Irene Altmann nackt auf dem Schoß des Malers. Das innige, entspannte Doppelporträt, das der Einlieferer vor ein paar Jahren in der Galerie Thomas erwarb, ist jetzt auf 800.000 bis 1,2 Millionen Euro geschätzt. Absolut marktfrisch hingegen ist das avantgardistische und zugleich träumerische Gemälde „Der Maler Otto Schubert und Frau“ von Conrad Felixmüller. Die direkt beim Künstler erworbene Arbeit von 1919 kommt mit weiteren 30 Positionen aus der bislang unberührten Sammlung Wilhelm Laaff.

Neue Sachlichkeit erotisch

Wie gewohnt gibt es viele Papierarbeiten von Ernst-Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff. Mit verführerischer Mähne lockt Edward Munchs seltener Druck „Eva Mudocci“ zur unteren Taxe von 60.000. Emil Noldes aquarellierte „Marschlandschaft“ geht mit 100.000 Euro ins Rennen. Die erotische Seite der Neuen Sachlichkeit demonstriert ein Gemälde Albert Birkles von 1926. Die Augen sind geschlossen und mit einem Spitzenschleier verhängt, die Bluse weit geöffnet. 35.000 bis 45.000 Euro soll die „Ruhende mit Hut“ einspielen.

August Macke: "Unter den Lauben von Thun", 1913, Gouache, ca. 36 x 49 cm, Taxe: 600.000 bis 800.000 Euro. Quelle: Ketterer Kunst (Ausschnitt)

August Macke: "Unter den Lauben von Thun", 1913, Gouache, ca. 36 x 49 cm, Taxe: 600.000 bis 800.000 Euro. Quelle: Ketterer Kunst (Ausschnitt)

Zu den Höhepunkten aber zählen Werke von August Macke und Egon Schiele. Mackes Gouache von 1913 wirkt wie eine fast vollendete Studie zu seinen Thuner Gemälden desselben Jahres. Die leuchtenden Farben geben den schematischen Figuren Rhythmus und Bewegung. Für „Unter den Lauben von Thun“ werden mindestens 600.000 Euro erwartet. Im selben Jahr entstand Egon Schieles aufreizender „Liegender weiblicher Akt mit angezogenen Beinen“. Er schlummerte seit den 1970er-Jahren in einer deutschen Privatsammlung. Die auf 300.000 bis 400.000 Euro taxierte Gouache mit den zarten Umrisslinien und farblich akzentuierten Details wurde gerade ins Werkverzeichnis aufgenommen.

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