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31.05.2013

20:02 Uhr

Ketterer

Top-Los mit langer Geschichte

VonSabine Spindler

Weit mehr als eine halbe Million Euro erwartet das Auktionshaus Ketterer am 8. Juni für ein marktfrisches Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner. Bei der Kunst nach 1945 führen Werke Emil Schumachers und  Georg Baselitzs die Offerte an. Mit einer Abstraktion des französisch-chinesischen Künstlers Zao Wou-Ki sollen asiatische Bieter angesprochen werden.

Ernst Ludwig Kirchner: "Zwei mit Katzen spielende Mädchen", 1907. (Ausschnitt) Ketterer Kunst, München

Ernst Ludwig Kirchner: "Zwei mit Katzen spielende Mädchen", 1907. (Ausschnitt)

MünchenWeitreichende Beziehungen sind etwas wert auf dem Kunstmarkt. Das Top-Los der Ketterer-Auktion, Ernst Ludwig Kirchners  Gemälde „ Zwei mit Katzen spielende Mädchen“ von 1907, ging schon einmal durch die Hände des Münchner Auktionshauses. Am 8. Juni kommt es mit einer Taxe von 600.000 bis 800.000 Euro zusammen mit moderner und zeitgenössischer Kunst unter den Hammer.

Die Rückseite des Kirchners mit einem Frauen- und Männerkopf, 1924/25. (Ausschnitt) Ketterer Kunst, München

Die Rückseite des Kirchners mit einem Frauen- und Männerkopf, 1924/25. (Ausschnitt)

1985 verkaufte der Galerist und Versteigerer Wolfgang Ketterer, Vater des heutigen  Auktionshausbesitzers Robert Ketterer, das noch von Van Gogh und Munch inspirierte Gemälde in einer großen Kirchner-Ausstellung für 500.000 Mark. Es kam damals direkt aus dem Nachlass des „Brücke“-Künstlers, den zu jener Zeit der Schweizer Galerist Roman Norbert Ketterer betreute. Seitdem blieb es in süddeutschem Privatbesitz.

Otto Freundlichs Gouache "Komposition" (um 1931) ist auf 28.000 bis 38.000 Euro geschätzt. (Ausschnitt) Ketterer Kunst

Otto Freundlichs Gouache "Komposition" (um 1931) ist auf 28.000 bis 38.000 Euro geschätzt. (Ausschnitt)

Das dichte Werk, das Kirchners Loslösung von impressionistischen Vorbildern erkennen lässt und rückseitig mit einem kantigen Doppelporträt von 1924/26 versehen ist, ist mit Abstand der bedeutendste Glanzpunkt der 105 Lose starken Moderne-Offerte.  Preislich folgt mit taxierten 220.000 bis 280.000 Euro Paul Klees Aquarell „Kinder und Hund“ von 1920. Wie Klee war auch Wassily Kandinsky am Bauhaus tätig. Die Diskussion um Konstruktivismus und geometrische Formsprache reflektiert sein zart rosafarbenes Aquarell „Quadrat im Nebel“ (1932). Geschätzt ist es auf 100.000 bis 150.000 Euro.

Farbenprächtige Anlegestelle

Hohe Erwartungen knüpft man an zwei  Spätwerke prominenter Expressionisten. Auf je 140.000 bis 180.000 Euro sind Hermann Max Pechsteins im Malduktus kraftvolles Gemälde „Sonnenblumen“ von 1948 sowie Karl Schmidt-Rottluffs farbintensive Leinwand „Anlegeplatz am Fluss“ von 1956 geschätzt. Durchaus marktgerecht bewertet scheint mit 18.000 bis 24.000 Euro Albert Birkles „Damenbildnis“ von 1923/24, das Anklänge an die Neue Sachlichkeit zeigt. Dasselbe gilt für Kurt Weinholds „Chimären“ von 1930, die ein bisschen an Max Beckmanns Karneval-Motive erinnern (18.000 bis 24.000 Euro).

Unter den Papier-Arbeiten ist Erich Heckels lithographierte Varieté-Szene „Handstand“ von 1921 hervorzuheben. Sie trägt eine Taxe von 30.000 bis 40.000 Euro. Bemerkenswert ist auch das skizzenhafte Emil-Nolde-Aquarell  „Theaterszene, zwei Mädchen“ von 1910/11. Das Blatt, das von der Perfektion der Andeutung lebt, ist auf 40.000 bis 60.000 Euro angesetzt.

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