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11.04.2012

14:58 Uhr

Ketterer

Viel versprechende Haremsdame

Das Auktionshaus Ketterer ist vor allem als Adresse für die Klassische Moderne bekannt. In diesem Frühling setzt der Münchener Versteigerer Akzente auf die Malerei der Spätromantik. Eine Haremsszene von Ferdinand Max Bredt gehört zu den Toplosen.

Ferdinand Max Bredt: "Muße der Odalisken", Ende 19. Jahrhundert. (Ausschnitt) Ketterer, München

Ferdinand Max Bredt: "Muße der Odalisken", Ende 19. Jahrhundert. (Ausschnitt)

MünchenOdalisken haben Konjunktur. Seit Jahren veranstalten die großen Auktionshäuser ihre sogenannten Orientalist Sales mit großem Erfolg. Kein Wunder, dass Ketterer in München die nicht unbedingt freizügige, aber durchaus laszive Haremsszene von Ferdinand Max Bredt aus den 1890er-Jahren als eines seiner viel versprechenden Lose der Auktion „Alte Meister & 19. Jahrhundert“ anpreist. Bredts Odalisken-Motive fanden im Zuge der Orientalisten-Hausse auch international Anklang. Seinen preislichen Zenit erreichte der deutsche Maler 2009 bei Christie’s. Hier wurde seine „Hofszene in Tunis“ für 600.000 Pfund verkauft. Ketterers Exemplar, das auf feste Malpappe gemalt ist, kommt am 26. April zum Aufruf. Die Taxe liegt bei 30.000 bis 40.000 Euro.

Willem Koekkoek: "Holländische Stadtansicht", ca. 1880. (Ausschnitt) Ketterer, München

Willem Koekkoek: "Holländische Stadtansicht", ca. 1880. (Ausschnitt)

Pittoreske Historienmalerei

Das Auktionshaus Ketterer, das vor allem als Adresse für moderne Kunst bekannt ist, setzt in seinen Aprilauktionen auf die Malerei der Spätromantik und Historismus. Werke von Carl Spitzweg, Anton Doll, Richard Freytag und eine theatralisch ausgeleuchtete Mondscheinszene eines „Nächtlichen Aufstieg am Berge Athos“ (Taxe 25.000 bis 35.000 Euro) von Hermann Corrodi gehören zu den Toplosen. Zwei Genreszenen in feinster niederländischer Altmeistermanier kommen mit Willem Koekkoeks „Holländischer Stadtansicht“ von ca. 1880 und mit einer 1840/50 entstandenen „Winterlandschaft mit Schlittschuhläufern“ von Andreas Schelfhout zum Aufruf. Der pittoreske Historien-Realismus dieser Art ist mit 50.000 bis 70.000 Euro bewertet. Fast unterbewertet scheinen da im Vergleich die zwischen Romantik und Realismus changierenden Gemälde und Ölskizzen des deutschen Landschafters Friedrich Preller d. J. . Seine „Felsstudie bei Kleinsassen“ oder der „Große Findling mit Marterl“ wie auch seine Baumstudie von der Ostseeinsel Vilm, die um 1880 entstanden und aus dem Besitz der Nachfahren stammen, sind für unter 2.000 Euro zu haben.

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