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01.02.2012

16:01 Uhr

Kir Royal-Fortsetzung

Promi-Aufgebot in „Zettl"

Morgen kommt der neue Helmut Dietl-Film „Zettl“ in die Kinos. Mehr als ein Vierteljahrhundert hat sich der Filmemacher Zeit gelassen für die Fortsetzung des Klassikers „Kir Royal“, entsprechend hoch sind die Erwartungen.

Der Regisseur Helmut Dietl (links) und die Schauspieler Karoline Herfurth und Michael „Bully" Herbig bei der Premiere des Kinofilms „Zettl" in den Mathäser Filmpalast. dpa

Der Regisseur Helmut Dietl (links) und die Schauspieler Karoline Herfurth und Michael „Bully" Herbig bei der Premiere des Kinofilms „Zettl" in den Mathäser Filmpalast.

Berlin/MünchenHelmut Dietl hat ein Stück deutsche Fernsehgeschichte geschrieben. Seine Serien sind Kult - allen voran „Kir Royal - Aus dem Leben eines Klatschreporters“ von 1986. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem großen Erfolg hat Dietl sich nun an eine Fortsetzung gewagt. Die Erwartungen sind groß - und viele dürften enttäuscht werden.

Denn mit der herausragenden Abrechnung mit der Münchner Schickeria von einst hat sein neuer Film „Zettl“ wenig gemein. Und das liegt sicher nicht daran, dass der Film nun in Berlin spielt, der neuen Hauptstadt der Reichen und Schönen. Die hat nämlich noch viel mehr Intrigen, Affären und Skandale zu bieten als die Münchner Schickeria von einst.

Was im München der 1970er und 80er Jahre die Promis und Möchtegern-Promis aus Film und Fernsehen waren, sind im Berlin des 21. Jahrhunderts die Politiker und die, die sie beraten - in ihrem Geltungsdrang auf die Spitze getrieben. So gut die Idee einer zynischen Abrechnung mit dem verlogenen Politikbetrieb, so unausgegoren scheint vielfach die Umsetzung - auch wenn die hochkarätigen Schauspieler wie Ulrich Tukur als Schweizer Verleger und Götz George als Bundeskanzler ihren Part hervorragend spielen.

Dietls Welt und ihre Helden

Lebenskünstler, Phantasten und der schöne Schein

Als der Monaco Franze in München-Schwabing auf Frauenschau ging und Klatschreporter Baby Schimmerlos mit der Schickeria Nächte durchfeierte. München als Stadt eigenwilliger, lebenslustiger und liebenswerter Charaktere - Originale allesamt. Geschaffen hat sie der Filmemacher Helmut Dietl. Seine Fernsehserien zeigen ein München, das noch heute beschworen wird, das so aber schon lange nicht mehr existiert. Dietls berühmteste Serienhelden.

Tscharlie

Rund um den lebenslustigen Lebenskünstler Karl „Tscharlie“ Häusler hat Dietl die „Münchner Geschichten“ gesponnen. Tscharlie gibt nicht viel auf geordnete Verhältnisse, sehr zum Kummer seiner Freundin (Michaela May). Den Kopf voller Träumereien jagt er lieber einer Geschäftsidee nach der anderen nach. Ein Münchner „Strizzi“ auf der Flucht vor seiner kleinbürgerlichen Herkunft. Den Widrigkeiten des Alltags begegnet er gelassen: „Ois Chicago!“

Maximilian Glanz

Er ist der Held aus der Serie „Der ganz normale Wahnsinn“. Towje Kleiner spielt den erfolglosen Schreiberling, der sich ständig in den Fallstricken des Alltags verheddert. Nicht gerade einfacher wird sein Leben durch die schöne Gloria (Monika Schwarz).

Monaco Franze

Er ist der Inbegriff des Münchner Dandys: der ewige Stenz, brillant verkörpert von Helmut Fischer. Ein Schönling, mal elegant, mal halbseiden, mit Hang zu Selbstmitleid und einer Schwäche für hübsche Frauen. Seiner leidgeprüften Gattin Annette (Ruth Maria Kubitschek) schenkt er nach derlei Eskapaden einen treuherzigen Dackelblick: „Spatzl, schau wia i schau!“

Baby Schimmerlos

Franz Xaver Kroetz spielt den Klatschreporter, der seinen Tag gerne mit einem Champagner-Frühstück im Bett beginnt. Rastlos und unverfroren, ist ihm jedes Mittel recht, um an eine gute Story zu kommen. Auch die Promis umwerben ihn. Ihr Ziel: Ein Bild und eine Erwähnung in Babys Klatschkolumne, denn „wer reinkommt, ist drin“. Bitterböse nimmt Dietl die Schönen und Reichen mit ihrer maßlosen Geltungssucht aufs Korn. Für Schimmerlos hatte er ein reales Vorbild: Den Klatschkolumnisten Michael Graeter.

Herbie

Als rasender Reporter hat Herbie (Dieter Hildebrandt) die Kamera stets im Anschlag. Mit Schimmerlos schlägt er sich die Nächte in Bars, Edelrestaurants und Nobeldiscos um die Ohren in der Hoffnung, einen handfesten Skandal vor die Linse zu bekommen. Dafür schreckt er auch vor unsauberen Methoden nicht zurück. Auch bei den Damen schmeichelt er sich ein, indem er ihnen einen Platz in Babys Kolumne verspricht ganz nach dem Motto: „Mehr Schein, als Sein“.

Dietl erzählt die Geschichte des Promi-Chauffeurs Max Zettl (Michael „Bully“ Herbig), der mit Skandal-Geschichten aus der Politik zum gefeierten Chefredakteur aufsteigt. Zettl verkauft die Berliner Bürgermeisterin (Dagmar Manzel), die eigentlich ein Mann ist, als seine verlorengeglaubte Mutter.

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