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09.11.2012

09:12 Uhr

Klassische Moderne

Keine Gnade bei aggressiven Schätzpreisen

VonBarbara Kutscher

Die Ergebnisse für die New Yorker Auktionen für Impressionisten und Moderne bleiben unter den Erwartungen. Bei Sotheby’s kämpfen die Bieter um die wenigen, außergewöhnlichen Werke. Marktbekannte Bilder lassen sie links liegen.

Henry Moores Bronze "Two Piece Reclining Figure No. 1" aus dem Besitz des Reeders George Embiricos erzielte 4,7 Millionen Dollar. Sotheby’s New York

Henry Moores Bronze "Two Piece Reclining Figure No. 1" aus dem Besitz des Reeders George Embiricos erzielte 4,7 Millionen Dollar.

New YorkAuf Sotheby’s Prestigeversteigerung von Impressionisten und Moderne am 8. November wiederholten sich die Ergebnisse der Konkurrenz vom Vorabend: Wohlinformierte Käufer sträubten sich gegen zu hohe Erwartungen der Einlieferer und auch ausgiebig im Handel herumgereichte Ware wird links liegen gelassen. Um die wenigen wirklich außergewöhnlichen Werke wurde aber gekämpft.

Auch Sotheby’s Einnahmen blieben mit 163 Millionen Dollar unter den Erwartungen von 169,2 bis 245 Millionen Dollar. „Es gibt Widerstand gegen Schätzpreise, die als zu aggressiv beurteilt werden“, gab Abteilungsleiter Simon Shaw nach der Auktion zu. Zwar realisierte Picassos „Nature Morte aux Tulipes“ (2.3.1932) 41,5 Millionen Dollar.. Das superbe Stillleben mit Tulpenarrangement auf blauer Tischdecke stammt aus Picassos umfangreicher Serie von 1932 rund um seine heimliche Geliebte Marie-Thérèse Walter. Bei seiner letzten Versteigerung im Mai 2000 hatte es 28,6 Millionen Dollar, inkl. Aufgeld, gekostet. Aber Insider wussten, dass Besitzer Stephen A. Wynn, Kasinomogul aus Las Vegas, das Bild seitdem schon mehrfach über den Handel angeboten hatte. Wäre es marktfrisch, hätte es heute leicht 75 Millionen Dollar gebracht, so ein Händler nach der Auktion.

Von den Söhnen überredet

Drei Bewerber hatten um das Stillleben bei Sotheby’s gekämpft, darunter auch der bekannte Händler David Nahmad, der mit seinen Söhnen und Neffen wie immer in der ersten Reihe saß. Jeden Bietschritt überlegte er sorgfältig, ließ sich von ihnen überreden, um es dann aber doch einem Londoner Mitarbeiter von Sotheby’s, der einen Kunden am Telefon vertrat, zu überlassen.

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