Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2010

10:12 Uhr

Kölner Galerien

Beobachten, wie Bilder entstehen

VonChristiane Fricke

Die Kölner Galeristen punkten mit kunsthistorisch anspruchsvollen Ausstellungen. Auch Liebhaber zeitgenössischer Malerei und Fotokunst kommen auf ihre Kosten. Ein Rundgang durch die Winter-Ausstellungen.

Leif Trenkler stellt höchst malerische Partien in seine jüngsten Porträts. Hier ein Ausschnit aus "I Love your long eyes (Kate Moss)". Gal. Rehbein/VGB

Leif Trenkler stellt höchst malerische Partien in seine jüngsten Porträts. Hier ein Ausschnit aus "I Love your long eyes (Kate Moss)".

KÖLN: Köln ist ein guter Platz für russische Avantgarde-Kunst. Davon zeugen nicht nur die reichen Bestände im Museum Ludwig und dessen aktuelles Ausstellungsprogramm. Auch im Kölner Handel haben Russlands Moderne und die zeitgenössischen Künstler immer eine Basis gefunden. Feste Anlaufstellen waren in der Vergangenheit die Galerie Gmurzynska (bis 2005) und in den 80er- und 90er-Jahren die Galerie Krings-Ernst, wo die Moskauer Konzeptualisten zuhause waren. Heute baut Priska Pasquer, die den Lissitzky-Nachlass betreut, einen Russen-Schwerpunkt aus.

Künstlerischer Aufbruch im Foto


Pasquers jüngste Ausstellung kreist um die eher kleinformatigen Zeugnisse einer künstlerischen Zusammenarbeit im noch jungen Sowjetstaat. In der Fotografie fanden Gustav Klutsis, Pionier der Fotomontage, und seine Frau, die Plakatdesignerin Valentina Kulagina das unverbrauchte avantgardistische Medium, um ihre politischen Bildideen zu formulieren. Es sind nur 36 Arbeiten aus der Zeit zwischen 1924 und 1935, die Margarita Tupitsyn, Expertin für Sowjetkunst, bei Pasquer gehängt hat. Doch es reicht, um eine Ära und ihre Einzelschicksale auferstehen zu lassen, von der ersten privat inszenierten Pose für 5.000 Euro bis zur vollendeten Fotomontage, die auch ihren Preis hat (86.000 Euro; Preise zzgl. MwSt.; Bis 9.3.)

Wie Bilder und Filme entstehe


Mit kunsthistorischer Ambition waren auch Daniel Buchholz und sein Partner Christopher Müller bei ihrer Morgan Fisher-Schau am Werk. Sie haben sämtliche Papierarbeiten des bereits mehrmals von ihnen gezeigten amerikanischen Filmemachers zusammengetragen, zum Teil aus Privatbesitz. Diese kleine Retrospektive ist deshalb so interessant, weil sie ein in alle Richtungen hin offenes Spektrum an Bildfindungsprozessen offenbart.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×