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13.06.2012

10:43 Uhr

Koller Auktionen

Auf Augenhöhe mit Frankreich

Die Anfänge vor 25 Jahren waren bescheiden. Heute versteigert das Zürcher Auktionshaus Koller mit Erfolg in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz. Die Ergebnisse für Spitzenobjekte, die in Genf unter den Hammer kommen, können sich mit denen von Paris messen.

Pierre Dunand (1914 - 1996): Paravent, vierteilig, um 1940, Lackmalerei auf Holz. (Ausschnitt) Koller Auktionen Zürich, Genf

Pierre Dunand (1914 - 1996): Paravent, vierteilig, um 1940, Lackmalerei auf Holz. (Ausschnitt)

GenfUrsprünglich dienten die vor rund 25 Jahren ins Leben gerufenen Genfer Versteigerungen der Zürcher Firma Koller Auktionen - damals noch "Galerie Koller" - mehr oder minder offen als zweiter Versteigerungsanlass von Losen, die in Zürich liegen geblieben waren. An der 50. Genfer Auktion, die Koller am 30. Mai feierte, war allerdings nichts mehr von diesen bescheidenen Wurzeln zu spüren. Tatsächlich ist Koller als einziges Schweizer Auktionshaus sowohl in der Deutschen Schweiz als auch jenseits des „Röschtigrabens“ in der französischsprachigen Romandie mit eigenen Versteigerungen vertreten. Seinen Genfer Angeboten hat es mit Spezialangeboten an Art déco, Jugendstil und modernem Design ein ganz eigenes Gesicht verliehen.

Zwar geht es dabei nicht immer gleich um spektakuläre Millionenobjekte. Das Beispiel jener drei Doppeltüren des Art déco-Gestalters Pierre Dunand, das in den letzten Novemberauktionen unerwartete 184.700 Euro erzielt hatte, bestätigt Kollers Strategie, solche Spezialitäten in ihrem angestammten frankophonen Kulturraum anzubieten. Zugleich zeigt dieser Preis, dass Spitzenobjekte in der wenig glamourösen Calvinstadt ebenso gute Ergebnisse erzielen wie in Paris.

Gewisse Preisverwerfungen

Auch Koller's 50. Genfer Jubiläumsauktion am 30. Mai wurde von einer Arbeit Pierre Dunands angeführt: Sein um 1940 in Lackmalerei ausgeführter und signierter vierteiliger Paravent konnte zur oberen Schätzung für 25.000 Euro abgegeben werden. Mit einem Preis von 35.000 Euro gehörte dagegen das minimalistische Stahlbüro „Diapason“, das Mario Cecchi 1968 für Studio Most entworfen hatte, zu den teuersten Losen dieser Versteigerung. Dazwischen reichte das Spektrum von Claire Jeanne Robertine Colinet's Elfenbein- und Bronzefigur „Theban Dancer“ aus der spannenden Übergangszeit von Art Nouveau zu Art déco um 1920 bis zu Ettore Sottsas' futuristischem freistehenden Bücherregal „Adesso Pero“ von 1992. Colinet’s Figur wechselte für 22.367 Euro, Sottsas’ Regal für 10.000 Euro den Besitzer. Dass auch in diesem Bereich inzwischen gewisse Preisverwerfungen auftreten, zeigt schließlich der Vergleich von François-Xavier Lalannes kuriosem blau emailliertem „Rhinocéros“ aus einer Artcurial-Edition von 150 Exemplaren für 28.000 Euro und Hans Arp’s signiertem Schieferrelief „Lune chantée“ von 1963, das bereits für 22.367 Euro zu haben war.

Von

Christian von Faber-Castell

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