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14.04.2011

11:45 Uhr

Koller Auktionen

Nachschub für Maastricht-Aussteller

VonChristian von Faber-Castell

Internationales Bieterinteresse beschert dem Züricher Auktionshaus Koller anhaltenden Erfolg. Im Zentrum stehen Alte Meister und russische Malerei des 19. Jahrhunderts. Enttäuschungen halten sich in engen Grenzen.

Johann Wilhelm Schirmers Blick auf Tivoli mit den Zypressen im Park der Villa d'Este von 1840 erzielte 114.000 Franken brutto. Quelle: Koller

Johann Wilhelm Schirmers Blick auf Tivoli mit den Zypressen im Park der Villa d'Este von 1840 erzielte 114.000 Franken brutto.

ZürichDie unmittelbar nach der Maastrichter Antiquitätenmesse Tefaf abgehaltenen Frühjahrsauktionen der Zürcher Firma Koller Auktionen bestätigen die Fortsetzung der weltweiten Kunstmarkterholung in allen Bereichen und Preissegmenten. Auf umgerechnet 13,6 Mio. Euro summierte sich das Total mit gebietsweisen losbezogenen Verkaufsquoten zwischen 66 und 90 Prozent. Im Mittelpunkt dieser traditionsgemäß vorrangig der älteren Kunst gewidmeten Auktionsreihe (28. März bis 2. April) stand einmal mehr die Altmeistermalerei und die russische Malerei des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts.

Überraschungen gab es in diesem ausgeprägt international und professionell bebotenen Bereich nur selten. Spannung erzeugte aber das Fragment einer burgundischen oder nordfranzösischen Holztafelmalerei mit der Darstellung eines surrealistisch inspirierten „Engelssturzes“. Das Bild aus der Zeit um 1480 bis 1490 wurde unter Vervielfachung seiner Taxe schließlich für 216.000 Franken oder 164.000 Euro von einem russischen Sammler übernommen.

Spitzweg gehört zu den wenigen Enttäuschungen

Es gab aber auch nur wenige Enttäuschungen. Dazu zählte etwa der Nichtverkauf von Carl Spitzwegs kleinem, nicht ganz marktunbekanntem Querformat „Friede im Lande - Auf der Bastei“ aus dem Jahre 1856, das auf 384.620 bis 615.380 Euro angesetzt war. Die meisten Spitzenlose erfüllten dagegen die in sie gesetzten Erwartungen. So bewilligte ein norwegischer Sammler für das Toplos, Jacques de Rousseaus impressionistisch angehauchtes „Selbstportrait in Phantasietracht“ von 1635, gut schätzungsgemäße 526.000 Franken oder 400.000 Euro. Iwan Konstantinovich Aivazovskys „Blick auf den Bosporus“ von 1878 ging für 420.000 Franken oder 320.000 Euro an einen anonymen, vermutlich russischen oder türkischen Bieter.

Erholt, wenn auch noch etwas wählerischer zeigte sich auch der Markt für Möbel und altes Kunsthandwerk. So sicherte sich hier ein deutscher Kenner für zwar schätzungsgemäße, aber dennoch ausgesprochen preisgünstige 549.000 Franken / 420.000 Euro die prächtige Louis XIV-Boulle-Kommode des Pariser Meisters Gilles-Marie Oppenordt. Das um 1700 entstandene Möbel würde sich als zeitloses Kunstobjekt auch gut in einem avantgardistischen Interieur machen. Ein anderer prunkverliebter Deutscher bezahlte beachtliche 456.000 Franken oder 350.000 Euro für ein Paar monumentaler Pariser Louis XV-Bergkristalldeckenleuchter aus der Zeit um 1750.

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