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15.08.2011

16:09 Uhr

Koller

Stark durch Schweizer Künstler

VonChristian von Faber-Castell

Zwei Kinderporträts des Schweizer Nationalmalers Albert Anker trugen bei Koller mit umgerechnet 6 Mill. Euro ein Drittel zu Gesamtumsatz bei. Schweizer Werke ließen sich besser absetzen als internationale Kunst.

Albert Anker: Porträts eines Mädchens und eines Knaben, gemalt vor 1910. Quelle: Koller Auktionen

Albert Anker: Porträts eines Mädchens und eines Knaben, gemalt vor 1910.

ZürichDas Gesamtergebnis war auffallend heterogen, aber auch unverhofft gut. Das Total von Koller Auktionen (20. bis 24. Juni) beläuft sich auf 22 Mill. sfr. oder 18 Mill. Euro bei losbezogenen Verkaufsquoten zwischen 67und 90 Prozent. Mehr als zwei Drittel davon, nämlich umgerechnet 11,6 Mill. Euro entfallen auf das separat katalogisierte Spezialangebot „Schweizer Kunst“. Die Hälfte hiervon wiederum - oder ein Drittel des Gesamtumsatzes - steuerte ein Paar mittelformatiger Kinderportraits des Schweizer Nationalmalers Albert Anker aus der Zeit vor 1910 bei. Die ausdrucksstarken Porträts eines Mädchens und eines Knaben waren die einem ungenannten Bieter überraschende 6 Mill. Euro wert und finden sich nun nach jahrzehntelanger Trennung in dessen Schweizer Privatsammlung wieder vereint. Anker ist  derzeit sehr gefragt. Bereits eine knappe Woche vor Koller hatte das 1879 datierte Gemälde „Schulmädchen bei den Hausaufgaben“ unerwartetes Bieten ausgelöst. Und dem neuen Basler Auktionshaus Beurret & Bailly einen spektakulären Premierenerfolg mit 4,6 Mill. Euro beschert. Der Anker-Aufschwung setzte sich auch bei Koller fort. Hier konnten das Gemälde „Der Schaffner“ für 1,2 Mill. Euro und das Bildnis des sitzenden Zürcher Pfarrers,  Physiognomen und Goethe-Freundes Johann Caspar Lavater für 824. 000 Euro verkaufen.

Schweizer Malerstars

Als weitere prominente Schweizer Spitzenwerke wechselten Giovanni Giacomettis sommerliches Oberengadiner Bild „Haus und Weg in Capolago“ von 1921 für 1,4 Mill. Euro und Ferdinand Hodlers um 1880 geschaffene Genferseeuferlandschaft „Die Arven am Bois de la Bâtie“ für 473. 000 Euro ihren Besitzer.

Beuys und die Hausfrauen

Vergleichsweise bescheidener waren diesmal dagegen die Ergebnisse in den übrigen Gebieten. So gehört etwa Henri Lebasques sommerlich fröhliche Ferienidylle „Saint-Tropez. Le Hamac sous les Pins“ von 1923 mit einem Preis von 454.000 Euro bereits zu den teuersten Losen der Abteilung Moderne und zeitgenössische Kunst. Joseph Beuys’ Documenta 5-Arbeit, Postulate „Zum Hausfrauengehalt“ und „Zur Parteienherrschaft“ von 1972 auf zwei großen Schiefertafeln war sogar bereits für 40.000 Euro zu haben. Ein kleines elegantes Pariser Louis XVI-Bureau plat von A. Weisweiler gehörte mit 109.000 Euro zu den teuersten Möbeln.

Die traditionelle Afrikana-Versteigerung schließlich wurde von einer interessanten Mutter und Kind-Figur aus Ghana für 40.000 Euro angeführt. Laut Thermolumineszenz-Analyse des Gusskerns ist die Skulptur aus einer Kupferlegierung im späten 16. Jh. in der alten Stadt Djenne entstanden.                                                                                                  

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