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02.05.2011

09:36 Uhr

Konkursmasse im Programm

Villa Grisebach verkauft Karstadt-Bilder

VonChristian Herchenröder

Im fünfundzwanzigsten Firmenjahr versteigert das Berliner Auktionshaus eine Firmen- und eine Privatsammlung. Darunter Werke aus der Konkursmasse von Karstadt.

K.R.H. Sonderborgs unbetiteltes, abstraktes Gemälde von 1980 aus der Sammlung Dolf Selbach soll zwischen 12.000 und 15.000 Euro kosten. Quelle: Galerie

K.R.H. Sonderborgs unbetiteltes, abstraktes Gemälde von 1980 aus der Sammlung Dolf Selbach soll zwischen 12.000 und 15.000 Euro kosten.

Berlin

Fünfundzwanzig Jahre nach der Gründung der Villa Grisebach ist das Programm des Auktionshauses an der Fasanenstraße reichhaltiger denn je. Zwar findet die eigentliche Jubiläumsauktion erst im Herbst statt. Doch schon jetzt gibt es nicht zuletzt dank zweier Pauschaleinlieferungen eine gehaltvolle Doppelsitzung: Am Morgen des 27. Mai werden 102 Lose der Sammlung des Herrenausstatters Dolf Selbach ausgeboten, in die Abendauktion "Ausgewählte Werke" ist die aus der Konkursmasse gerettete Firmenkollektion der Unternehmensgruppe Arcandor (ehemals Karstadt) eingestreut.
An den rund 80 Nummern lässt sich ablesen, dass schon jetzt für die Herbstauktion gesammelt wird. So wird das Angebot an Klassischer Moderne noch stärker als sonst durch Nachkriegswerke aufgemischt, unter ihnen als monumentalster Beitrag die fast sechs Meter breite sechsteilige Spiegelwand des Lichtforschers Adolf Luther, ein Auftragswerk von 1977 für die Hauptverwaltung von Karstadt (Schätzung: 80 000 bis 100 000 Euro).
Nicht weniger monumental ist eines von vier Ernst-Wilhelm-Nay-Gemälden der gesamten Auktionsfolge: das 1960 datierte, 341 cm breite Hauptwerk "Chromatische Scheiben" (450 000 bis 600 000 Euro), das wie das nicht weniger markante, kleinere Ölbild "Blätter und schwarze Punkte" von 1954 (250 000 bis 350 000 Euro) aus der Arcandor-Gruppe kommt.
Das Angebot der Abendauktion reicht vom frühen Menzel-Aquarell bis zum frühen Großformat von Neo Rauch. Expressionisten sind, wie überall, Mangelware. Den höchsten Schätzpreis (500 000 bis 700 000 Euro) hat hier ein 1912 konzipiertes, 1920 übergangenes Vogelstillleben von Ernst Ludwig Kirchner. Attraktiver ist jedoch das mit 350 000 bis 450 000 Euro moderat geschätzte Ölbild "Drei Akte" von August Macke. Ein Solitär ist das frühe Felix-Nussbaum-Gemälde "Radrennfahrer II", das aus einer Berliner Privatsammlung kommt (150 000 bis 200 000 Euro).

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