Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.05.2015

18:59 Uhr

Konrad O. Bernheimer

Rückzug in Raten

VonSabine Spindler

Deutschlands bedeutendster Altmeisterhändler, Konrad O. Bernheimer, trennt sich von großen Teilen seiner Familiensammlung. Die Auktion mit dem bezeichnenden Titel „Vom Speicher bis zum Lapidarium“ soll im November 2015 bei Sotheby´s in London stattfinden. Auch Bernheimers Wohnsitz Burg Marquartstein steht zum Verkauf.

Im Hause Bernheimer begegnen sich Fotografie und Alte Meister. Quelle: Bernheimer Old Masters

Konrad O. Bernheimer mit Tochter Blanca

Im Hause Bernheimer begegnen sich Fotografie und Alte Meister. Quelle: Bernheimer Old Masters

MünchenIm letzten Jahr fand die große Jubelfeier „150 Jahre Bernheimer“ statt. Jetzt bereitet der international renommierte Altmeisterhändler Konrad O. Bernheimer den Kehraus seiner traditionsreichen Familiensammlung vor. Das Auktionshaus Sotheby´s kündigte heute an, dass im November Altmeistergemälde und Werke des 19. Jahrhunderts, Skulpturen, Möbel und Kunsthandwerk sowie Bücher und Manuskripte aus dem Besitz der Münchener Kunsthändlerdynastie unter den Hammer kommen.

Die Firma Bernheimer wurde 1864 in München als Textilhandlung gegründet. Sie entwickelte sich kurz darauf zu Münchens führendem Teppichhaus und später zum dortigen Antiquitätenhandel Nummer 1, bevor sich das Unternehmen in den 1990er-Jahren ausschließlich auf Altmeistergemälde konzentrierte. Die etwa 700 Lose sollen an zwei Tagen in London aufgerufen werden. Das Motto der Versteigerung, „Vom Speicher bis zum Lapidarium“, verspricht ein qualitativ gemischtes Angebot. Wie das Handelsblatt erfuhr, zählen dazu Stilmöbel aus der ehemaligen Einrichtungsabteilung sowie antike Reliefs und Herrscherporträts aus dem Lapidarium des Bernheimer Palais am Lenbachplatz.

Früherer Auktionserfolg

Der heute 65-jährige Kunsthändler, der mit 27 Jahren die Geschäftsleitung des Familienunternehmens übernahm, gab schon einmal einen Teil der Bernheimer’schen Sammlung zur Auktion. Im Jahre 1996 hatte er sich von der Textil- und Teppichsammlung getrennt. Mit einem Zuschlag von 240.000 britischen Pfund stand ein persischer Seidenteppich aus dem 17. Jahrhundert damals an der preislichen Spitze der von Christie´s durchgeführten Auktion. Wie aus Bernheimers 2014 erschienener Familiengeschichte „Narwalzahn und Alte Meister“ zu entnehmen ist, wurden die Erträge damals genutzt, um sich stärker im Altmeistergeschäft profilieren zu können.

Weg frei für die nächste Generation

Konrad O. Bernheimer erklärte im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass rein private Gründe hinter  der geplanten Veräußerung stünden. „Seit 1977 habe ich mit großem Engagement das Familienunternehmen geführt und freue mich nun, den Weg frei zu machen für die nächste Generation“, heißt es in der Presserklärung von Sotheby´s. In Diskussionsrunden und in Interviews hatte er in den letzten Jahren immer wieder betont, wie schwierig die Situation auf dem Gebiet des Altmeisterhandels und wie stark die Konkurrenz durch die Auktionshäuser geworden ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×