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28.08.2011

08:26 Uhr

Konzerthaus Alte Oper

„Deutschlands schönste Ruine“

1880 wurde das Frankfurter Opernhaus eingeweiht. Nach einem Brand 1944 folgte 1981 die Wiedereröffnung als Konzerthaus. Heute, 30 Jahre später, ist die "Alte Oper" „eines der bedeutendsten europäischen Konzerthäuser“.

Festlich illuminiert ist die Alte Oper in Frankfurt am Main während des Deutschen Opernballs. Prominenz aus Show, Politik, Film und Musik vergnügte sich hier. dpa

Festlich illuminiert ist die Alte Oper in Frankfurt am Main während des Deutschen Opernballs. Prominenz aus Show, Politik, Film und Musik vergnügte sich hier.

Frankfurt/MainIn den vergangenen 30 Jahren hat das Konzerthaus Alte Oper in Frankfurt am Main viele denkwürdige Gastspiele erlebt. Aber nur einmal war die Anspannung so groß, dass selbst Intendant Michael Hocks „am Rande eines Infarkts“ stand, wie er sich bis heute erinnert. Auf der Bühne saß Keith Jarrett, verehrt als Jazz-Pianist, gefürchtet wegen seiner Wutanfälle. Es war sein erstes Solo-Konzert in Deutschland seit 15 Jahren. Als zum dritten Mal ein Gast zu husten wagte, beschimpfte Jarrett das Publikum als Banausen und verließ Türen schlagend die Bühne. Zum Glück kam er später wieder.

An diesem Sonntag (28. August) vor 30 Jahren wurde die Alte Oper wiedereröffnet, mit Mahlers 8. Sinfonie und dem damaligen Bundespräsident Karl Carstens. Ganz knapp hatte man 1981 ein anderes Jubiläum verfehlt: 1880 war das von Richard Lucae erbaute Opernhaus eingeweiht worden. Damals war zur Eröffnung sogar der Kaiser angereist, es gab Mozarts „Don Juan“.

Wie ein Labyrinth wirken die freigeräumten Trampelpfade im Schnee vor der Alten Oper in Frankfurt. dpa

Wie ein Labyrinth wirken die freigeräumten Trampelpfade im Schnee vor der Alten Oper in Frankfurt.

Einen Bombenangriff im Ersten Weltkrieg überstand das Haus fast unbeschadet, am Ende des Zweiten Weltkrieges brannte es bis auf die Grundmauern nieder. Jahrzehntelang war unklar, was mit „Deutschlands schönster Ruine“ geschehen sollte. 1976 votierte der Magistrat gegen eine Sprengung und für den Wiederaufbau. Wie bereits bei der Gründung sammelten Frankfurter Bürger Geld für den Neubeginn. Außen wurde die Fassade weitgehend wiederhergestellt, innen völlig neu gestaltet mit moderner Technik, Mahagoni-Täfelung und einem Saal mit 2450 Plätzen.

„Seit 1880 zählt das spätklassizistische Gebäude zu den markantesten Punkten der Stadt“, sagt Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). Heute sei es „eines der bedeutendsten europäischen Konzerthäuser“. Gerade wurden Gerüst und Verkleidung abgebaut, unter der die Fassade erneuert wurde.

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