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07.01.2015

12:18 Uhr

Kraftwerk im Museum

Urväter des Elektropop fahrn, fahrn, fahrn

Die Neue Nationalgalerie in Berlin ist leergeräumt. Vor der jahrelangen Sanierung des fast 50 Jahre alten Gebäudes gibt es als Zugabe aber noch ein ganz besonderes Kunstwerk zu sehen: Die Elektro-Pioniere Kraftwerk.

Kunst und Klang

"Kraftwerk" begeistert Fans

Kunst und Klang: "Kraftwerk" begeistert Fans

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BerlinÜber die Leinwand sausen VW-Käfer und Mercedes-Limousinen durch eine knallgrüne deutsche Wirtschaftswunder-Landschaft. Davor stehen vier Männer gehobenen Alters in engen schwarzen Einteilern vor leuchtenden Pulten. Und aus den Lautsprechern schallt es: „Wir fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn.“

Die vier Männer nennen sich „Audio- und Video-Operatoren“. Zusammen heißen sie Kraftwerk und sind die wohl einflussreichste deutsche Band der Popgeschichte. Am Dienstagabend spielten die Urväter des Elektropop und Techno das erste von acht Konzerten in der Neuen Nationalgalerie in Berlin, bevor der berühmte Museumsbau in der Nähe des Potsdamer Platzes mehrere Jahre lang saniert wird.

Es ist nicht der erste Kraftwerk-Auftritt in einem Museum. Die Düsseldorfer Avantgarde-Künstler haben schon das Museum of Modern Art in New York und die Kunstsammlung NRW in ihrer Heimatstadt bespielt. Trotzdem wird die Band um das letzte verbliebene Gründungsmitglied Ralf Hütter immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt.

Abschied von der Neuen Nationalgalerie

Abschied mit „Kraftwerk“

Mit dem ersten von insgesamt acht 3D-Konzerten hat die Elektro-Kultband Kraftwerk den Abschied von der Neuen Nationalgalerie vor einer jahrelangen Sanierung eingeläutet.

Quelle: dpa

Auftakt

Zum Auftakt spielten die Düsseldorfer Avantgarde-Künstler am Dienstagabend zwei Stunden lang vor einem begeisterten publikum ihr Album „Autobahn“ von 1974 und eine Auswahl ihrer bekanntesten Songs.

Weitere Konzerte

Die Aufführung sieben weiterer Alben von „Radio-Aktivität“ bis „Tour de France“ werden an den nächsten sieben Abenden folgen.

Sanierung

Anschließend wird die 1968 von Mies van der Rohe erbaute Neue Nationalgalerie mehrere Jahre von dem Star-Architekten David Chipperfield saniert.

Tempel der Moderne

Die Neue Nationalgalerie in Berlin ist ein Tempel der Moderne und ein markantes Nachkriegsgebäude. 1968 wurde sie von Mies van der Rohe gebaut. Für Jahre bleibt sie nun für Sanierungsarbeiten geschlossen.

Wegen der strengen Berliner Lärmschutz-Bestimmungen mussten die Konzerte kurzfristig um eine Stunde auf 20 Uhr vorverlegt werden. Bedenken gab es auch wegen der Akustik im Inneren des Museumsbaus. Die Nationalgalerie ist ein Glaskasten mit schwerem Stahldach und deswegen nicht gerade für akustische Meisterleistungen geschaffen.

Aber es funktioniert: Der Sound in dem transparenten Museums-Quader geht völlig in Ordnung. Und auch sonst passen Band und Galerie bestens zusammen. Das von Mies van der Rohe – einem der bedeutendsten Architekten der Moderne – erbaute Museum wurde 1968 eröffnet.

Im selben Jahr gründete der heute 68-jährige Hütter zusammen mit Florian Schneider die Band Organisation. Daraus wurde zwei Jahre später Kraftwerk.

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