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14.07.2012

17:30 Uhr

Krimiautor James Patterson

Marathonschreiber mit System

VonPetra Schäfer

James Patterson hat bereits 260 Millionen Bücher verkauft – mehr als Stephen King, John Grisham und Dan Brown zusammen. Wie ist seine Bestseller-Strategie? Und wie schafft er es, zwölf Titel im Jahr zu schreiben?

Der Amerikaner James Patterson schreibt seine Romane zusammen mit Co-Autoren. Reuters

Der Amerikaner James Patterson schreibt seine Romane zusammen mit Co-Autoren.

KölnWenn am 27. Juli in London die 30. Olympischen Spiele eröffnet werden, hofft James Patterson, dass seine finsteren Fantasien nicht Wirklichkeit werden. Der weltweit erfolgreichste Autor hat eine blutige Vision für die Spiele entworfen. „Der Countdown des Todes“ ist die jüngste Neuerscheinung aus der Feder des 63-Jährigen in Deutschland - eine von mindestens sieben allein in diesem Jahr auf dem Buchmarkt (siehe Rezension "Albtraum bei Olympia"). "Natürlich ist die Handlung rein erfunden", sagt Patterson im exklusiven Gespräch mit dem Handelsblatt, „aber die Details über London, die Olympischen Spiele und die Organisation vor Ort sind akkurat recherchiert.“

Gemeinsam mit seinem Co-Autor Mark Sullivan habe er sich in Gesprächen mit dem Londoner Organisationskomitee für die Olympischen Spiele auf das Buch vorbereitet. Die Idee, ausgerechnet Olympia zum Schauplatz der neuesten Verstrickungen der Ermittlungsagentur "Private" zu machen, sei dabei von einem Londoner Verlagsmanager gekommen. Er habe ihn um den Thriller gebeten.

Patterson verkauft weltweit geschätzt mehr Bücher als die Krimi-Stars Stephen King, John Grisham und Dan Brown zusammen. Über 260 Millionen Exemplare sind das bereits rund um den Globus, in Deutschland über zwei Millionen, meldet der Verlag Random House, der die meisten deutschen Rechte an den Patterson-Werken hält.

James Patterson

Vita

James Patterson, Jahrgang 1949, arbeitete als Kreativdirektor der New Yorker Werbeagentur J. Walter Thompson, bevor er hauptberuflich Bücher schrieb. Er hat Literaturwissenschaften studiert. Mit seinem Erstlingskrimi gewann er 1977 den Edgar Allan Poe Award. Patterson lebt in Palm Beach und Westchester, New York.

Auflagenkönig

Seine Romane wurden in 40 Sprachen übersetzt und erreichten weltweit eine Gesamtauflage von über 260 Millionen. In Deutschland verkaufte er nach Angaben von Random House mehr als zwei Millionen Exemplare.

Werke

Patterson hat bereits über 50 Bücher geschrieben. Seine ersten beiden Alex Cross-Romane „Denn zum Küssen sind sie da“ (1997) und „Im Netz der Spinne“ (2000) wurden mit Morgan Freeman in der Hauptrolle des Alex Cross verfilmt. Außerdem schrieb er „Der Mitternachtsclub“ (1989) und „Sonntags bei Tiffany“ (2008).

Auszeichnungen

1977 erhielt Patterson den Edgar Allan Poe Award in der Kategorie Bestes Erstlingswerk für „Der Auftrag“ (1979). 2007 erhielt er den International Thriller Award für seine besonderen Verdienste um das Genre Thriller.

Der frühere Kreativdirektor der New Yorker Werbeagentur J. Walter Thompson ist ein Marathon-Schreiber. Geboren in ärmlichen Verhältnissen in Newburgh, Orange County, lebt er inzwischen mit Frau und Sohn in einer Villa in Palm Beach, Florida, und nennt auf seiner Facebook-Seite im Internet 3,3 Millionen Menschen seine Anhänger. Seit 1993 haben ihn Reihen mit dem schwarzen Polizeipsychologen Alex Cross, aber auch der „Women's Murder Club“ mit Ermittlerinnen an der US-Westküste berühmt gemacht. In den USA ist er zudem als Jugendbuchautor bekannt.

In Deutschland schaffen es seine Titel immer mal wieder auf die Bestseller-Listen. „Ich führe ein kleines Unternehmen“, sagt Patterson und lacht, „allerdings ist bei mir alles Handarbeit.“

Die beginnt mit der Stoffauswahl. „Ich plane alle meine Themen, aber wenn ich mit dem Schreiben beginne, dann übernimmt die Handlung die Führung, nicht mehr die Planung“, erklärt er. Kurzum: Geschichten können sich anders entwickeln als zuerst von Patterson beabsichtigt - das kann sogar dazu führen, dass er ein Buch komplett stoppt, wie 2011 geschehen. „Ich habe ein Gespür für Geschichten“, ergänzt Patterson, „und ich höre auf meine Gefühle.“

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