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17.11.2015

11:09 Uhr

Kritik an ARD

Til Schweiger hält Tatort-Verschiebung für falsch

Quelle:Meedia.de

Aus Respekt vor den Opfern des Terroranschlags in Paris verschiebt die ARD den „Tatort“ mit Til Schweiger ins nächste Jahr. Schweiger selber ist mit dieser Entscheidung alles andere als einverstanden.

Statt seiner Filme zeigt die ARD zwei andere Tatort-Premieren. dpa

Til Schweiger im Tatort

Statt seiner Filme zeigt die ARD zwei andere Tatort-Premieren.

Aus Respekt vor den Opfern der Anschläge in Paris verschiebt die ARD die für diesen Monat geplante „Tatort“-Doppelfolge mit Til Schweiger ins nächste Jahr. „Der große Schmerz“ und „Fegefeuer“ sollten ursprünglich am kommenden Sonntag (22. November) und eine Woche später (29. November) zu sehen sein. „Es passt einfach nicht in diese Wochen, eine Krimireihe zu zeigen, in der es auch um einen terroristischen Angriff geht“, teilte der NDR-Programmdirektor Fernsehen, Frank Beckmann, am Montag mit.

Til Schweiger kritisiert diese Entscheidung gegenüber der Bild: „Ich persönlich bin völlig entsetzt darüber, was in Paris passiert ist. Es ist so furchtbar. Aber wir sollten uns nicht von Terroristen diktieren lassen, was wir im Fernsehen zeigen sollten. Dann können wir ja bald nur noch ein Testbild senden.“

Anti-Terror-Forderungen in Deutschland und ihre Umsetzbarkeit

Schärfere Grenzkontrollen

Schon jetzt wird wieder kontrolliert – vor allem wegen des anhaltenden Flüchtlingsandrangs in Bayern. Nach den Attentaten lässt Innenminister Thomas de Maizière auch die Grenze zu Frankreich stärker überwachen sowie den Flug- und Zugverkehr.

Grenzschließung

Die Grenzen völlig dicht zu machen, gilt aber als unmöglich – niemand kann Tausende Kilometer grüne Grenze lückenlos überwachen, ohne neue Mauern und Zäune zu bauen. Letzteres will Kanzlerin Angela Merkel auf keinen Fall.

Verdächtige Islamisten lückenlos überwachen

Angesichts der benötigten Anzahl von Polizisten gilt das als unmöglich. Um nur einen „Gefährder“, der jederzeit einen Terrorakt begehen könnte, rund um die Uhr zu bewachen, sind laut Experten im Schnitt rund 40 Beamte nötig. Derzeit sind den Behörden 420 „Gefährder“ bekannt. Hochgerechnet bedeutet das, es müssten fast 17.000 Beamte allein für die Überwachung dieses Islamistenkreises eingesetzt werden.

Kommunikation möglicher Terroristen besser überwachen

Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ stockt die Bundesregierung die Geheimdienste um fast 500 Stellen auf, ein Teil davon soll im Kampf gegen den Terrorismus eingesetzt werden. Der Bundesnachrichtendienst und das Bundesamt für Verfassungsschutz versuchen schon jetzt rund um die Uhr, mögliche Attentäter zu entdecken, wenn sie ihre Taten im Internet vorbereiten oder absprechen. Lückenlosen Schutz können aber auch solche Lauschaktionen nicht bringen – zumal sie in der öffentlichen Debatte höchst umstritten sind.

Auch mit der Entscheidung, zwei andere „Tatort“-Premieren als Ersatz zu zeigen, ist er nicht einverstanden. „Wenn man stattdessen am Sonntag eine Sondersendung zu den Terroranschlägen zeigen würde, wäre das für mich verständlicher“, sagt Schweiger. „Ich persönlich halte die Entscheidung für falsch“, betont er. „Ich habe versucht, die Verschiebung zu verhindern, habe diskutiert, habe gehofft, dass wenigstens die Premiere stattfinden kann. Die Nationalmannschaft wird ja auch dafür gefeiert, dass sie weiter ihre Spiele spielt."

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