Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.10.2011

13:04 Uhr

Kritik an Werbespruch

Schlecker nennt Kunden ungebildet

„For You. Vor Ort“ - mit seinem denglischen Unternehmensmotto hat Schlecker viel Kritik geerntet. Ein Konzernsprecher begründet den Slogan mit dem Bildungsniveau seiner Kunden.

Eine Filiale der Drogeriemarktkette Schlecker ap

Eine Filiale der Drogeriemarktkette Schlecker

Die Drogeriekette Schlecker versucht sich gerade mal wieder verstärkt im Homeshopping – also jener Marktnische, in der Waschmittel, Deos und Kosmetik frei Haus geliefert werden. Und liefert auch gleich eine Pointe direkt frei Haus mit - unfreiwillig natürlich.

Denn moderner sollte das Unternehmen werden. Deshalb zieht sich Schlecker-Patriarch Anton Schlecker auch nach und nach zurück. Seine beiden Kinder Lars und Meike sollen mehr und mehr das Ruder der milliardenschweren Drogeriekette übernehmen. Bei offiziellen Terminen also strahlten in den vergangenen Monaten, frisch, wie das Feinwaschmittel mit dem Frühlingshauch die Erben in die Kamera, als sie endlich aus dem Schatten des Vaters heraustreten durften: Meike und Lars Schlecker zeigten sich als die jungen, freundlichen Gesichter eines Handelskonzerns, der endlich den Weg in die Zukunft finden sollte.

Weg wollte man vom Image der piefigen Krämer-Kette aus dem schwäbischen Ehingen, das seine Mitarbeiter zu Dumpinglöhnen krücken lässt. Und ja, auf die Kunden zugehen wollte man. Deswegen ließ sich Schlecker eigens den Slogan „For You. Vor Ort.“ von der Düsseldorfer Agentur Grey entwickeln. Der wurde flugs auf die Filialtüren gepappt und in TV-Werbespots laufen gelassen – und fertig war die Umfirmierung des Konzerns.

Bei Sprachpuristen und im Netz löste die verballhornte Kombination aus Englisch und Deutsch aber nur heftige Kritik aus. Mitglieder des Vereins Deutsche Sprachwelt schickten der Drogeriemarktkette eine Unterschriftensammlung und kritisierten den denglischen Claim.

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rumpelstilz

26.10.2011, 15:08 Uhr

Warum es nicht auch mal mit einem Negativ-Image versuchen, das fällt auch auf, z.B. "Wer Schlecker schleckt, der verreckt."

Irfan

26.10.2011, 15:19 Uhr

Ihre Überschrift ist doch wirklich ausgemachter Blödsinn! Sorry, aber was hat denn "[...]niederen bis mittleren Bildungsniveaus [...]" mit ungebildet zu tun? Ein Blick in eine durchschnittliche Schleckerfilliale reicht, um dies zu bestätigen! Plappern Sie doch bitte nicht alles nach, was irgendwo veröffentlicht wird.

Für dieses Klientel soll der Slogan ausgerichtet sein und ich denke kaum, dass sich der Otto-Normal-Schlecker-Kunde hierüber so viel Gedanken macht, als dass es einen 3-seiter im Handels"bild"-Online rechtfertigt.

Schlecker muss langsam reagieren, um seine piefigen, engen, dunklen und geschmacklos eingerichteten Fillialen und Denkweisen wieder auf Vordermann zu bringen, sonst ist gegen DM und Rossmann bald kein Kraut mehr gewachsen.

Dass der Spruch jetzt keine Meisterleistung ist: geschenkt, aber niedriges und mittleres Bildungsniveau heisst nicht ungebildet!

De facto kaufen bei Schlecker andere Kunden als bei DM und Rossmann!

ohneWorte

26.10.2011, 15:33 Uhr

Was für ein affektierter Müll! Ich bin bei Leibe kein Schlecker Fan und ganz sicher auch kein Fan der anglo-amerikanischen Vorherrschaft, aber sich jetzt seitens eines Sprachvereins in so eine Angelegenheit hinein zu hängen ist mehr als lächerlich!
Anstatt sich darum zu kümmern, dass unsere öffentlichen Institutionen die Sprache nicht verschandeln, wird sich jetzt um den Werbeslogan eines Privatunternehmens gekümmert! Zu allem Unnütz verfolgt dieser ganz offensichtlich die Absicht, im Gedächtnis hängen zu bleiben, einen Reim zu kreieren und mit Sprache spielerisch umzugehen.
Also liebe Sprachhüter! Aufgabe weit verfehlt. Sechs! Setzen!
Und Schlecker lieber hinsichtlich der Mitarbeiterausbeutung bekämpfen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×