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28.03.2012

17:08 Uhr

Kritik wird lauter

Casting-Shows versinken in der Schlammschlacht

Langsam, aber sicher nutzen sich die Konzepte der Casting-Shows ab. Das belegen die deutlich sinkenden Einschaltquoten. Und davon ist nicht nur Dieter Bohlens „DSDS“ betroffen. Kritiker nutzen das für einen Rundumschlag.

DSDS-Oberjuror Dieter Bohlen (58): Hat seine Show die besten Zeiten hinter sich? dpa

DSDS-Oberjuror Dieter Bohlen (58): Hat seine Show die besten Zeiten hinter sich?

HamburgPoptitan Dieter Bohlen (58) bekommt für sein RTL-Flaggschiff „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) heftig Gegenwind aus der Musikbranche. Alec Völkel (40), Coach bei der ProSieben/Sat.1-Show „The Voice of Germany“, wettert gegen seinen vermeintlichen Konkurrenten: „Wenn Bohlens Quote runtergegangen ist, kann ich nur hoffen, dass die Zuschauer es leid sind, seine dummen Sprüche zu hören“, sagte der „Boss Hoss“-Sänger dem Magazin „in“.

Auch ein DSDS für Kinder lehnt er ab: „Erst verdirbt Bohlen die armen Teenager und jetzt sind die Kinder dran. Ich finde das zum Kotzen!“, meinte der Sänger. Selbst Juroren-Urgestein Andreas Bär Läsker (48), der 2007 noch neben Bohlen in der Jury saß, meint: „Bei DSDS geht es nur um den Verkauf der Werbeminuten in den Pausen.“

So argumentiert jemand, der sich in die Defensive gedrängt fühlt: „Ich glaub', das Problem, das die Leute mit uns haben, ist einfach, dass wir wirklich über zehn Jahre jetzt einfach erfolgreich sind“, sagte Dieter Bohlen, Chefjuror der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) am vergangenen Samstag, obgleich genau solche Aussagen niemand von ihm in dem Augenblick hören wollte.

Bohlen, seit zehn Jahren umstrittenes Aushängeschild der Casting-Show, hat zwar im langfristigen Vergleich Recht. Er ist zweifelsohne erfolgreich, doch seine Einschaltquoten nehmen allmählich deutlich ab. Am Samstag musste er sich bei gerade einmal 4,69 Millionen Zuschauern von Carmen Nebel im ZDF und von Erol Sanders ARD-Krimi „Mordkommission Istanbul“ abhängen lassen. Noch vor Jahresfrist hatte er in der gleichen Folge der Vorgängerstaffel 6,20 Millionen Zuschauer gehabt.

Casting-Shows haben eben doch ein Problem, auch DSDS. „Das Format der Casting-Shows, insbesondere in der Rambo-Variante eines Dieter Bohlen, ist auf Selbstzerstörung angelegt“, sagt Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen und Autor des Buches „Die Casting-Gesellschaft“. „Vorproduzierte Gags und so offensichtlich kalkulierte Rempeleien demontieren die Aura des Authentischen, die man so angestrengt simuliert.“

Kommentare (9)

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anonymus_007

28.03.2012, 17:33 Uhr

Bin gespannt, wann wir wieder Gladiatorenkämpfe, Mann gegen Mann/Tier bis zum Tod, diesmal im TV, nicht im Kolosseum, zu sehen bekommen.
Bringt mit Sicherheit gute Quote.
Aber das ist anscheinen was "das Volk" braucht und schon immer gebraucht hat. "Brot und Spiele" oder heute: "Harz 4 und Spiele".
Ist doch alles nur noch pervers!

Account gelöscht!

28.03.2012, 17:42 Uhr


... Dieter Bohlen sollte sich eine Volkspartei suchen, wie wär es mit FDP ?.
Derartige Sendungen zeigen nur den "neu-christlichen Zeitgeist" auf. Mit doofen Wählern/Nichtwählern lässt es sich halt leichter regieren...

chris

28.03.2012, 18:00 Uhr

Ich kann von mir behaupten, noch nie eine einzige Minute am Stück von irgendeiner Casting-Show gesehen zu haben. Das wird sich auch nicht ändern, und trotzdem beginne ich erst dann aufzuatmen, wenn ernsthafte Nachrichtensendungen und -blätter nur noch über wirklich relevante Dinge berichten und diesen Casting-Konsumschrott den niederen Gefilden der Klatschmagazine überlassen. So weit sind wir noch lange nicht, wie dieser Artikel im Handelsblatt (sic!) nur allzu deutlich veranschaulicht.

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